Auf der Matte
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Anstrengender Yogawahn: Wenn deine Yogapraxis nicht authentisch ist…

Anstrengender Yogawahn: Wenn deine Yogapraxis nicht authentisch ist... | Als ich anfing Yoga zu praktizieren war ich fasziniert von der Fülle der Philosophie und was sie für einen Einfluss auf mich hatte. Ich fing an mich einzulesen und Yoga nicht nur auf meiner Yogamatte zu praktizieren. Dabei orientierte ich mich insbesondere an Patanjalis achtgliedrigem Pfad. Die Yamas und Niyamas, ethische Prinzipien der Yogaphilosophie, gaben mir eine Grundlage, in der ich aufblühen und wachsen konnte.

Als ich anfing Yoga zu praktizieren war ich fasziniert von der Fülle der Philosophie und was sie für einen Einfluss auf mich hatte. Ich fing an mich einzulesen und Yoga nicht nur auf meiner Yogamatte zu praktizieren. Dabei orientierte ich mich insbesondere an Patanjalis achtgliedrigem Pfad. Die Yamas und Niyamas, ethische Prinzipien der Yogaphilosophie, gaben mir eine Grundlage, in der ich aufblühen und wachsen konnte.

So sanft ich in das Yoga eingestiegen bin – spätestens in meinem Leben auf Bali ist mein Yoga-Fanatismus erwacht. Ich merkte, wie groß die Yoga Community war, wie Menschen Dinge unterschiedlich auslegten und sich Gruppierungen bildeten. Auf Bali kannst du dich innerhalb dieser Gruppierungen von anderen abschotten. Ich wurde arrogant, zu streng und angespannt mit der genauen Vorstellung, wie ein Yogi zu sein hat. Die Leichtigkeit, die mir Yoga einst gab, war verflogen. Ich vergaß, wobei es im Yoga überhaupt geht. Hört sich verrückt an, oder? Wie kannst du Gewaltlosigkeit, Ahimsa, praktizieren, wenn du auf andere zeigst und dich überlegen fühlst?

Lesetipp: Bali und die Yogablase: Mehr Schein als Sein im Yogaparadies >>

„Yoga is a journey of the self, through the self, to the self.“

– Bhagavad Gita*

Ich bin nicht perfekt. Ich gehe schnell an die Decke, gebe zu viel Geld für Schnick-Schnack aus, oder rauche mal eine Zigarette auf einer Party. Wo mich diesbezüglich vor wenigen Monaten in meinem Yogawahn noch das schlechte Gewissen plagte, schreibe ich diesen Beitrag nun aber mit einem Lächeln.

Yoga ist wieder das geworden, was es so lange für mich war: Ein wertvolles Tool, an uns überliefert, um unser wahres Potential zu erwecken und die Leichtigkeit unseres Seins zu entdecken. Wenn deine Yogapraxis nicht authentisch ist, andere verurteilt, belehrt oder dich schmückt, wird der wahre Effekt verborgen bleiben.

Wenn deine Yogapraxis nicht authentisch ist, wird der wahre Effekt verborgen bleiben.Click To Tweet

Yogawahn: Wie erkennst du eine nicht authentische Yogapraxis?

Ich will dir Beispiele geben. Ein Yogalehrer auf Bali, der predigt, Bescheidenheit und Disziplin zu praktizieren, aber bekannt für seine Untreue ist oder seine Schülerinnen zu umgarnen. Eine Zigarette zu rauchen und einen schiefen Blick von der Seite mit der Frage „Yogis rauchen doch nicht, oder?“ mit Peinlichkeit rechtfertigen zu wollen. Sich zu ärgern und daraufhin von dem Hinweis deines Gegenüber „also ich dachte Yoga macht einen ausgeglichener“ angegriffen zu fühlen. Genau so wird Yoga anstrengend, ein Wettbewerb, abschottend und verliert an Leichtigkeit.

Lesetipp: Das ist aber nicht yogisch… >>

Niemand diktiert dir, wer du bist, wie du auszusehen hast, wie oft du Asana praktizieren musst oder, dass du jeden morgen meditieren musst. Yoga ist ein wunderbares Tool für JEDEN und du musst nicht irgendeinem Stereotypen entsprechen, um diesen Effekt nach und nach zu spüren. Praktiziere Yoga mit Authentizität und nicht, um dich zu schmücken, sonst verliert deine Yogapraxis ihr Wunder.

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„Nothing can be forced, receptivity is everything.“

– B.K.S. Iyengar

Wusstest du, dass B.K.S. Iyengar, einer der führenden Yogalehrer, äußerst temperamentvoll war? Entspricht nicht dem typischen Yogi, oder? Und trotzdem hatte er einen der größten Einflüsse auf die Yogalehre, wie wir sie heute kennen.

Ich will damit sagen, es gibt keinen Stereotypen. Erwarte von keinem Yogi, dass er stets sanft in seinem Ton und ohne schlechte Laune oder Selbstzweifel durch das Leben geht. Seitdem ich Yoga wieder ohne Zwänge praktiziere ist die Leichtigkeit zurückgekommen und ich bin erschrocken über meine vorige Strenge.

Ich gehe in meine Yogastunden, lese philosophische Yogatexte und höre Mantras während der Meditation. Ich lasse mich inspirieren und erfreue mich am Licht, welches Yoga mir wieder in mein Leben bringt. Gleichzeitig bin ich wieder mehr Jasmin, mit allen Macken, die mich ausmachen und weniger die Yogini, die andere von mir erwarten zu sein. Lass dir Zeit und Raum Mensch zu sein, nicht perfekt zu sein – und zu verstehen, anstatt nachzuahmen.

 

Receptivity is everything

Deine Jasmin

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Anstrengender Yogawahn: Wenn deine Yogapraxis nicht authentisch ist... | Als ich anfing Yoga zu praktizieren war ich fasziniert von der Fülle der Philosophie und was sie für einen Einfluss auf mich hatte. Ich fing an mich einzulesen und Yoga nicht nur auf meiner Yogamatte zu praktizieren. Dabei orientierte ich mich insbesondere an Patanjalis achtgliedrigem Pfad. Die Yamas und Niyamas, ethische Prinzipien der Yogaphilosophie, gaben mir eine Grundlage, in der ich aufblühen und wachsen konnte.
Kategorie: Auf der Matte

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Hallo zusammen, mein Name ist Jasmin. Ich bin Yogini und Bloggerin bei beyondmymat mit aktuellem Wohnsitz auf Bali. Yoga ist seit mehreren Jahren das Tool, das mich zu einem selbstbestimmteren Leben führt. Statt dem Wunsch nach perfektionistischer Dauerleistung hat es mehr Akzeptanz und Ruhe in meinen Alltag gebracht. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in meiner Yogapraxis wieder: von schweißtreibendem Vinyasa und einer Yogaausbildung in 200 Stunden zu traditionellem Hatha und Yin Yoga. In meinem Blog schreibe ich über die Gründe dieser Entwicklung und den Einfluss von Balis Yogacommunity auf meine Yogapraxis.

5 Kommentare

  1. Schöner Artikel! Danke! Aber ich denke temperamentvoll zu sein und rauchen unterscheidet sich doch ein wenig. Es ist keiner perfekt. Aber als Yogalehrer/Yogalehrerin hat man auch gewisse Verantwortung und da gehört meiner Meinung nach ethische Lebensweise, zumindest mehr oder weniger dazu. Und das unterscheidet diesen Beruf (und es ist sogar viel mehr als Beruf) von einer Gymnastiklehrerin… Und wenn man in seinem Leben ein großes Werk erschaffen hat, achtet man natürlich nicht mehr auf das Temperament…. Ich finde es schön, dass du so ehrlich darüber schreibst und finde es immer schade Yogis mal mit einer Flasche Bier und Zigarette in der Hand zu sehen…. Yoga ist nicht anstrengend, Yoga ist Selbstdisziplin. Du musst dich dazu nicht zwingen, es kommt von allein mit der Praxis. Es ist viel mehr als Asanas auf der Matte. So meine Meinung. Danke für den Artikel und Namaste

    • Liebe Rita,

      vielen Dank für deinen ehrlichen Kommentar. Ich denke wie mit allem ist ein bewusster Umgang mit den Dingen wichtig. Dass die Yogapraxis von regelmäßigem Rauchen und Alkoholkonsum eingeschränkt ist, weiß jeder, der sich Yoga gewidmet hat. Und so wird der Konsum von alleine reduziert, wenn nicht ganz weggelassen. Ich persönlich zeige aber ungern mit dem Finger auf Leute, wenn sie sich nicht 100% „yogisch“ Verhalten. Es ist ein Prozess. Und ich freue mich, dass ich immer bewusster mit Dingen umgehe, ohne Zwang. Ich erfahre Yoga, ich übernehme es nicht einfach. Ein Yogalehrer hat gewisse Verantwortung, da gebe ich dir Recht. Aber auch er bleibt immer Schüler.

      Dass Yoga nicht nur Asana ist ist eines meiner Lieblingsthemen, über die du gerne auf meinem Blog lesen darfst.

      Liebe Grüße,

      Jasmin

  2. Yogapatte sagt

    Ich finde als Yogi aber auch allgemein als Mensch ist es sowieso erstmal am wichtigsten bei sich selbst zu bleiben. Ob man raucht oder trinkt, Fleisch isst oder nicht, jeder Mensch hat die Freiheit diese Wege einzuschlagen oder nicht. Aber ob man Mal ne Zigarette raucht ist bestimmt keine ethische Frage?! Und in keiner der alten Schriften steht überhaupt etwas zum Thema rauchen. Da steht allerdings das Yogis keinen Sex haben sollten. Sollten sich Yogalehrer also jetzt nicht mehr fortpflanzen? Ich selbst sehe Yoga nicht als dogmatischen Weg und erst Recht nicht als Religion, aber man kann die alten Schriften und was damit passiert gut mit alten religiösen Texten vergleichen. Es gibt die Extremisten die jedes Wort ganz genau nehmen. Und es gibt Menschen die sich ihre eigenen Gedanken machen und solche Schriften als Inspiration und Leitfaden für unser modernes Leben sehen.

    Jetzt ist dieser Kommentar doch temperamentvoller geworden als er sollte.

    Danke für den schönen und ehrlichen Artikel!

    Viele Grüße
    Patrick

  3. Lieber Patrick,

    vielen lieben Dank für deinen temperamentvollen Kommentar. ;) Ganz genauso sehe ich es auch.

    Liebe Grüße aus Bali,

    Jasmin

  4. Richard Friedel sagt

    Marmamassage als Teil von Yoga ist nach meiner Erfahrung die richtige Behandlung für Asthma. Die m.E fragwürdige Behandlung mit Spray und Apparatemedizin ist zu prekär für die Patienten.
    Also man massiert die Oberlippe und stellt eine Entkrampfung durch Reflex (GV26 Akupunkt) der Bronchien fest. Dann wird kräftig durch die Nase eingeatmet mit genau dieser Reflexwirkung und geübt. So soll auch ein Sprayentzug gelingen.Das ist Teil des in Russland so erfolgreich eingeführten Systems der Atemübungen nach Frau A.Strelnikova (Googeln)

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