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Hey liebe Yogaszene, lass mich so bleiben wie ich bin

Yogaszene Yogakodex Hey Yogi, lass mich so bleiben wie ich bin

Mein letztes Ausbildungswochenende war ziemlich anstrengend, nicht vom Thema her, nein. Auf zwischenmenschlicher Ebene hatte sich da über die letzten Monate wohl eine ganze Menge bei mir angesammelt. Gemeinschaftsgefühl hin oder her. Mich befiel der Gedanke, dass ich innerhalb der Ausbildungsgruppe anscheinend nicht so sein durfte, wie ich bin.

In den ersten Monaten hatte ich diesen Beugungsmechanismus zur Gruppe hin gar nicht wirklich bemerkt. War ja auch noch alles so neu und ich beschäftigt mit dem Aufsaugen sämtlicher Unterrichtsthemen. Aber nach und nach kam da dieses komische Gefühl in mir hoch. Ganz langsam, schleichend. Es überfiel mich und ich war nach dem letzten Ausbildungswochenende echt ausgelaugt und leer. Keine Welle der Euphorie und Schönrederei. Nichts.

Der heimliche Yogakodex.

Ich weiß nicht, ob es dir vielleicht manchmal auch so geht? Ob du so wie ich wahrnehmen kannst, dass es dort draußen einen heimlichen Yogakodex gibt. Einen Kodex, der dich mit Haut und Haaren verschlingen möchte und dich mit seiner Fratze über kurz oder lang in den Wahnsinn treibt. Gibt es diesen heimlichen Kodex? Eine Yogaszene, die dich konform macht, gleich macht und die am Ende des Weges dabei vergisst, wie toll es ist, einzigartig zu sein?

Lesetipp: Das ist aber nicht yogisch… >>

Yoga ist für mich die absolute Freiheit.

Die Freiheit mit mir selbst. Ich sein zu dürfen, mit all meinen Stärken und Schwächen. Es bedeutet aber auch, dass du bei mir so sein darfst, wie du bist. Ganz gleich, wie dein eigener Lebensstil auch ist. Ob du heute vegan lebst oder dich morgen mit Currywurst Pommes vollstopfst. Mir egal. Du darfst so sein, wie du bist!

Wenn es diesen Kodex gibt, dann will ich ihn durchbrechen. Für mich und auch für dich. Es wird ihn weiterhin geben, aber nicht mehr in meinem Kopf. Ich will frei sein, in dem, was ich tue und liebe. Ich möchte ohne schlechtes Gewissen in mein Weißmehlbrötchen beißen, während du neben mir genüsslich in dein Hanfleinsamenbrot beißt. Wir werden beide satt und ob es am Ende des Tages gesund ist?! Whatever. Hauptsache uns beiden geht es gut.

Lesetipp: Die fünf Freiheiten des Menschen >>

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Die tolerante Yogaszene?

Vielleicht ist die Yogaszene am Ende des Tages doch gar nicht so tolerant, wie es scheint.Click To Tweet

Vielleicht ist die Yogaszene am Ende des Tages doch gar nicht so tolerant, wie es scheint. Vielleicht wackelt hier und da das Fundament und trägt Risse. Aber du und ich können dazu beitragen, dass wir diese Risse mit kleinen Taten füllen. Lass das Augenrollen sein, weil meine Yogahose nicht fairtrade ist. Schüttel nicht den Kopf, wenn du von meiner letzten durchzechten Nacht erfährst. Und keine Angst, ich will nicht perfekt sein, in dem, was ich tue, nein! Ich will echt sein.

 

Deswegen lieber Yogi (ja, und liebe Yogini) ich schenke dir Respekt und Akzeptanz auf deinem Weg zur inneren Freiheit oder wo dich dein Yogaweg auch immer hinführen mag. Lass mich auf meinem Weg so bleiben, wie ich bin. Ich mag mich so.

Maria

Hey liebe Yogaszene, lass mich so bleiben wie ich bin
Kategorie: Lebensstil

von

Hola, ich bin Maria, besuche seit einigen Jahren Bettys Yogaunterricht, habe vor kurzem mit der Ausbildung zur Yogalehrerin begonnen und freue mich darauf dich mitzunehmen. In meiner Freizeit halte ich Ausschau nach Momenten, die den Zauber des Augenblicks festhalten und berichte darüber auch auf meinem ganz persönlichen Blog colour your soul.

6 Kommentare

  1. Schöner Beitrag und mir ging es exakt auch so. Ich bin ausgebrochen und werde mit meinem Yogaunterricht niemals zur „Szene“ gehören und erreiche damit Menschen, die sich sonst nie für Yoga interessieren würden. Es muß mehr von un geben.

  2. Sabine Maria Steinböck sagt

    Hallo
    Leider ist genau das der Grund, warum ich mir Yoga aufgehört habe.
    Dabei hat es mir wirklich viel gebracht. Nun habe ich mich entschlossen, wieder anzufangen aber dieses Mal auf meine Weise. Ich hoffe, dass ich die Magie wieder finden kann.
    Ich wünsche allen ein tolles 2017
    Sabine Maria

  3. Liebe Maria,
    Danke für deinen authentischen Artikel. Ich fühl mit dir, habe mich selbst letztens dabei erwischt, wie ich zu einer veganen Radikalen mutiert bin :-). Inzwischen kann ich wieder über mich selbst lachen. Aber ist schon verrückt. Da reden die Yogadozenten von Einheit und im selben Moment spalten sich die Geister/Gruppen. Echt sein klingt super, denn auch (wir) Yogis sind nur Menschen, und haben einfach einen Schatten mit unseren Unsicherheiten, Zweifeln, Ängsten, hohen Idealen, an denen wir zwischendurch scheitern und dem Bedürfnis angenommen zu werden, um „dazu“ zu gehören. Bleib dir treu und vertraue, es gibt da draußen eine Menge richtig tolle Leute, die inzwischen erkannt haben, dass es mehr Spaß und Freude macht, sich gegenseitig zu unterstützen, anstatt sich klein zu halten.
    Enjoy und bleib dir treu ;-)
    Ela

  4. Mir geht es ganz genauso mit meiner Ausbildung! Und ich dachte zwischenzeitlich schon, da wäre irgendwas falsch mit mir :D Es ist wirklich schade. Auf einmal sind da so viele Dogmen und Sachen, die du so und so machen solltest. Aber ich werde nicht vergessen, wofür ich mein Yoga liebe und werde das aus der Ausbildung ziehen, was sich für mich richtig anfühlt. Ganz viel Glück dir weiterhin auf deinem Weg!

  5. Liebe Maria,

    ich bin soeben auf diesen Beitrag gestoßen. Ich weiß genau, wie es sich anfühlt. Ich habe mich selbst lange einem gewissen Yogakodex ergeben und mich dadurch von mir selbst entfernt. Diese Zeiten sind vorbei. Und sobald ich Yoga wieder als ich selbst praktiziere und weniger als „Vorzeigeyogini“ spüre ich die atemberaubende Leichtigkeit wieder, die Yoga mir gibt.

    Bleib wie du bist. Schöne Worte!

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