Yogalehrer 1x1
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Du willst Yogalehrer werden? Was ich dir vorher noch sagen möchte…

Neulich hatte ich ein interessantes Gespräch mit einem angehenden Yogalehrer. Selbstbewusst schrieb er mir, dass er vom Potential her schon fertig ist. Er brüstete sich vor allem mit dem Namen seines Lehrers. Allgemein gebar er sich eher, wie das nächste große Yogasternchen, als wie ein Schüler.

„Der Respekt vor dem Beruf Yogalehrer ist verloren gegangen.“

Ich interviewte ihn nicht… danke für das großzügige Angebot! Aber etwas an der ganzen Geschichte brachte mich sehr zum Nachdenken… Es war so bezeichnend für das, was gerade in der Yogawelt vor sich geht: Der Respekt vor dem Beruf Yogalehrer ist verloren gegangen.

Kein Wunder! Werden doch mittlerweile an jeder Ecke 200-Stunden-Ausbildungen angeboten und muss doch jeder Öko-Hauptstädter und Modern-Hippie, der was auf sich hält, auch mal eine Yogalehrerausbildung absolviert haben. Das Ganze ist zur Massenware ohne Sinn und Verstand geworden. Jeder macht – in seinem Wahn anders und besonders zu sein – das gleiche… Ich traue mich ja schon kaum zu sagen, dass ich Yogalehrerin bin, weil ich mich dann fühle wie ein Mitläufer. Crazy!

Das neue Ziel? Der Bekanntheitsgrad. Doch was ist wirklich wichtig? Hier ein paar Dinge, die ich all denen, die Yogalehrer werden möchten, ans Herz legen möchte…

1. Warum machst du die Ausbildung?

Nur für dich, du hast gar nicht vor zu unterrichten und willst gar kein Yogalehrer werden. Das sagen sie alle. Ich habe es auch gesagt. Hört sich einfach yogischer an…

Aber warum machst du sie wirklich? Weil es gerade modern ist? Weil du in einer Sinnkrise bist? Weil du anders und besonders sein möchtest? Weil du Yogalehrer als anhimmelnswert wahrnimmst? Weil du denkst, du musst dann nie wieder arbeiten? Weil du dir, sobald du ein Yogastar bist, keine Gedanken mehr um Geld machen brauchst? Weil du auch so einen schönen Yogahintern haben möchtest? Weil deine Eltern oder dein Partner zu viel Geld haben? Weil dein Leben sich dadurch endlich um 180 Grad verändern wird (natürlich nur positiv)?

Oder wirklich, weil du tiefer in deine Faszination Yoga eintauchen möchtest – es gar nicht abwarten kannst, alte Schriften in Sanskrit zu lesen und täglich zu meditieren? Weil das Dienen und das Lehren deine Berufung sind?

Du musst deine Antworten ja nicht öffentlich machen, aber sei ehrlich zu dir!

Lesetipp: To sell or not to sell: Das Drama zwischen Hobby und Berufung >>

2. Die Ausbildung kann dein Leben um 180 Grad verändern. Aber!

Während meiner 4-jährigen Ausbildung und meinem Nebenjob als Ausbildungsklassen-Betreuerin habe ich alles gesehen. Frauen und Männer, die harter Kritik ausgesetzt wurden. Die Nachbarschaft lästert, die Familie kritisiert. Ehen wurden geschieden und Jobs gekündigt. Zusammenbrüche und Lebenskrisen. Erfuhren sie eine 180-Grad-Veränderung? Ja! War es so, wie sie es sich vorgestellt hatten? Nein!

„Hast du Leichen im Keller? Bist du bereit sie hochzuholen?“

Ich vergleiche Yoga gerne mit einer Psychotherapie, welche man mit sich selbst durchführt. Verdrängtes lässt sich nicht mehr verdrängen und Altes kommt hoch. All das fühlt sich erstmal nicht gut an. Ganz im Gegenteil, sogar ziemlich Scheiße!

Horche tief in dich hinein. Hast du Leichen im Keller? Bist du bereit sie hochzuholen?

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3. In 200 Stunden Yogalehrer werden. Wirklich?

Heutzutage ist der Yogalehrer sowas wie die eierlegende Wollmilchsau. Er ist spiritueller Lehrer (weswegen die Krankenkassen sich gegen ihn wehren) und er ist Sportlehrer (weswegen die Krankenkassen in lieben). Er springt manchmal als Psychotherapeut, Physiotherapeut, Guru, Fitnesstrainer, Entspannungsleiter, Freund oder Feind ein.

Angesichts all dieser Verantwortung – die er sich nicht gewünscht hat, aber derer er sich auch nicht vollständig entziehen kann – sollte sein Background-Wissen und seine Lebenserfahrung all dies (bis zu einem gewissen Grad) auffangen können. Zusätzlich zum umfassenden Wissen über Yoga und einer tiefen eigenen Praxis kommen: Anatomie, Alignment, Adjustment, Psychologie, Philosophie, indische Geschichte, Religionslehre, Sanskrit, indische Schriften, Pädagogik, Sensibilität & Einfühlungsvermögen, Selbstbewusstsein & Selbstreflexion.

Und das willst du alles in 4 Wochen oder 200 Stunden lernen? Wenn du es geschafft hast und danach mit voller Überzeugung sagen kannst: „Ich fühle mich souverän beim Unterrichten!“ – dann melde dich bei mir, du Naturtalent.

4. Das Talent deines Lehrers färbt nicht ab.

Klar ist es sehr gut, wenn du dir einen großartigen Lehrer aussuchst, der dich talentiert unterrichtet. Das heißt aber nicht automatisch, dass du genauso talentiert sein wirst. Vielleicht auch schon. Oder du kannst es mit Leidenschaft und Hingabe wett machen. Ganz egal.

Aber gehe nicht davon aus, dass das Potential deines Yogalehrers auf dich über geht, sobald du mit dem Unterrichten anfängst…

„…und wie ein Raumschiff aus der Galaxie ballert und steil geht.“

(Um besagten angehenden Yogalehrer nochmal wiederzugeben.)

Ein bisschen mehr Arbeit, Hingabe und Respekt gehören schon dazu.

Lestipp: Guru-Killer >>

5. Die wirkliche Ausbildung fängt erst mit dem Unterrichten an.

Wer da durch ist, weiß was ich meine. Aber es ist ebenfalls verständlich, das erstmal nicht akzeptieren zu wollen, wenn man gerade tausende von Euro in eine Ausbildung investiert. Doch diese ist genauso nötig wie das Unterrichten selbst. Verglichen mit einem Studium, ist die Ausbildung das Büffeln in der Uni, und das Unterrichten ist das Erfahrungen sammeln im Praktikum.

Beides wichtig! Während des Unterrichtens lernst du zum Beispiel:

  • Sensibilität – Schön, wenn du deine Yogastunde vorher akribisch geplant hast. Aber was ist, wenn deine Planung gar nicht zur Stimmung der Klasse passt? Das musst du spüren können.
  • Spontanität – Wenn dein geplanter Stundenaufbau dann hinfällig ist, musst du im Kopf schnell sein.
  • Routine – 5 Dinge gleichzeitig machen (Die Stunde im Kopf umplanen, ansagen, korrigieren, die anderen im Blick behalten, auf die eigene gesunde Haltung achten). Manche Yogalehrer sind nebenbei auch noch DJ.
  • Back to the roots – Nach einer Ausbildung mit 20 anderen super beweglichen Menschen ist einem oft das Verhältnis verloren gegangen. Und man will seinen neuen Schülern schließlich super spannende Übungen und kreative Übergänge zeigen. Zurück auf dem Boden der Tatsachen merkt man dann, dass die meisten Schüler ganz woanders stehen. Viel grundlegendere Dinge sind hier wichtig: Wie richte ich meinen Rücken korrekt auf? Wie atme ich vollständig? Wie kann ich meinen Nacken entspannen?
  • Authentizität – Welche Art des Unterrichtens kommt wirklich aus dir heraus (ohne gelernten Mustern zu folgen)?

Lesetipp: Let’s get it started: Wie du nach deiner Yogalehrerausbildung den Sprung ins kalte Wasser schaffst >>

6. Es geht nicht um dich.

Schon klar, ich weiß genau welches Bild du vor Augen hast, denn wir hatten es alle. Yogalehrer ist heutzutage ein angesehener Beruf und zugleich noch mit ein bisschen Rebellion belegt. Anziehende Mischung.

„Frauen wollen deinen Yogahintern – die Männer wollen ihn auch…“

Du stellst dir vor, wie dein Leben durch deine tiefe Yogapraxis leicht und strahlend wird, wie dir Arbeit nie wieder wie Arbeit vorkommen wird und wie deine Schüler zu dir aufschauen. Frauen wollen deinen Yogahintern – die Männer wollen ihn auch… Und ganz nebenbei machst du auch noch was sinnvolles, kannst Menschen etwas Gutes tun. Was für ein perfekter Beruf.

Lesetipp: Selbstständig als Yogalehrer: 5 Dinge, die du nach der Ausbildung tun solltest >>

Du brauchst dich für diese Gedanken nicht schämen, sie sind menschlich. Aber yogisch und unternehmenswichtig ist die Selbstreflexion. Wenn du möchtest, dass dir am Anfang deiner Yogalehrerkarriere nicht das Kartenhaus über dem Kopf zusammenfällt, dann werde dir im Klaren, um wen es wirklich geht:

Die Schüler!

In Wahrheit geben wir ihnen nicht nur, sondern sie geben auch uns. Sie lehren uns Hingabe, Demut, andere Blickwinkel, Liebe geben und empfangen, Konzentration, Selbstbewusstsein, Akzeptanz… und am allerwichtigsten, dass auch wir Lehrer immer Schüler bleiben werden.

Bildquelle: Flickr, The Yoga People

Kategorie: Yogalehrer 1x1

von

Hi, ich bin Betty, Yogalehrerin, Bloggerin, Reiseleiterin und die Gründerin von Oh My Yogi. Im Jahr 2000 entdeckte ich Yoga für mich und stand meine halbe Jugend lang auf dem Kopf, bevor ich elf Jahre später begann von meiner Leidenschaft zu leben und mich in die Freiheit der Selbstständigkeit zu verlieben. Hier zeige ich dir, wie du Yoga mit Herz lebst und authentisch unterrichtest. Frei und spirituell, geerdet und echt - ganz so, wie es dich glücklich macht.

43 Kommentare

  1. Natascha sagt

    Like this and like this Not (:

    mich macht dieser Artikel traurig und glücklich zugleich. Bei vielen Dingen gebe ich Dir Recht und finde es super, dass sie mal auf den Tisch kommen.
    Den Aspekt zum Beispiel, dass beim Yoga Lehrer werden so einiges hochgewühlt wird. ich weiß da genau, wovon ich spreche. Zwar habe ich nun seit 2009 durchgehend unterrichtet, jedoch hören diese verfluchten und geliebten Transformationsprozesse einfach nicht auf. Man muss immer wieder den Reset Knopf drücken.
    Was mir nicht schmeckt ist, dass man einen Yogalehrer an seiner Ausbildungsstundenzahl festmachen kann. Ich habe schon Unterricht bei Yogalehrern genommen, die niemals eine Ausbildungsstunde hatten und bei mir mehr geöffnet haben, als manch ein superobertopqualifizierter und gelangweilter Lehrer mit 10000 Ausbildungen, Fortbildungen etc.
    Du hast es richtig gesagt. Es geht um die Schüler. Ich denke, man muss bereit sein, sich zu vergessen und zum Kanal für etwas höheres werden.
    Ich vergleiche das immer mit einem Channeling. Der Lehrer wird zum Medium und es fließt durch einen hindurch.
    Klar muss in Hatha Yoga Klassen anatomisches Wissen vorhanden sein, um die Leute nicht zu verdrehen, aber das wichtigste ist doch im Moment des Unterrichtens ganz bei den Schülern und nicht bei sich und seiner neusten italienischen super Yogaleggins und dem eigenen Hintern darin zu sein.
    Schöner Artikel, bringt Resonanz, wie du siehst.

    • Liebe Natascha,

      als ich auf den Veröffentlichen-Button drückte, war mir schon klar, dass sich viele auch angegriffen fühlen werden… Aber ich bin ja nicht hier um jeden zu gefallen ;-)

      Deine Erfahrung eines Yogalehrers mit einer „kleinen Ausbildung“, der sehr viel in einem bewegt, habe ich auch gemacht. Er macht es (meiner Meinung nach) aber durch viel Lebenserfahrung und Talent wieder gut. Was (wieder meine Meinung) die absolute Ausnahme ist.

      Diesen Artikel habe ich nicht für die Ausnahme geschrieben, sondern für die Masse. Das Problem liegt darin, dass JEDER heutzutage denkt er wäre die Ausnahme und darin von manchen Ausbildern heutzutage auch noch unterstützt wird. Aus welchen Gründen, lasse ich jetzt mal offen… Zu dem Thema gab es letzte Woche einen interessanten Artikel in der Welt, welcher natürlich auch kritisch betrachtet werden sollte, aber einige Wahrheiten enthält: http://www.welt.de/icon/article133276638/Warum-die-Generation-Y-so-ungluecklich-ist.html

      Eigentlich finde ich es wundervoll, dass viele das besondere und einzigartige in sich selbst erkennen! Aber: Yoga ist ein mächtiges Tool, welches tief in den Energiekörper eingreifen kann. Nicht nur positiv, sondern auch negativ. Das – als Lehrer – naiv zu unterschätzen, empfinde ich als gefährlich! Womit ich DEFINITIV NICHT dich meine, sondern eher uns alle in die Verantwortung ziehe :-)

    • Nachtrag :-)

      Damit das nicht unter geht. Dein Kommentar ist eine schöne Ergänzung zu meinem Artikel. Denn natürlich ist er einseitig, vertritt er halt nur meine Meinung!

      Danke dafür!

      Und ich freue mich, dass ich dich trotzdem auch positiv ansprechen und Rezonanz in dir erzeugen konnte.

      Lieben Gruß
      Bettina

    • Viktor sagt

      Liebe Bettina,

      mir hat Ihr Artikel ganz gut gefallen, weil Sie mir wertvolle Impulse geliefert haben, wofür ich Ihnen sehr dankbar bin. Denn auch ich habe mich gerade für eine Ausbildung zum Yogalehrer angemeldet und freue mich sehr darauf. Nur haben Sie teilweise einen Unterton, der mir nicht zusagt.

      Ich kann zwar verstehen, dass Sie Angst haben, als bloße Mitläuferin wahrgenommen zu werden. Die zunehmende Zahl an Yogalehrern bedroht Sie auf eine bestimmte Art und Weise. Dies könnte – so Ihr Empfinden – zur Folge haben , dass nicht mehr anders und besonders sind.

      Dafür können Sie jedoch nicht diejenigen verantwortlich machen, die auch anders und besonders sein wollen. Das wollen wir doch alle. Wir sollten uns an dieser Stelle vielmehr die Hände reichen und gemeinsam anders und besonders sein. Auch ich möchte anders und besonders sein; das mache ich auch gerne öffentlich, da bin ich ganz ehrlich zu mir. Was ist denn schon dabei?
      Um dieses Ziel zu erreichen, bin ich auch gerne bereit, Leichen aus meinem persönlichen Keller zu holen. Das wird mir gut tun und wurde mir bei der Anmeldung zu meinem Yoga-Lehrer-Kurs auch gleich mit auf den Weg gegeben. Es ist doch prima, wenn man seine Vergangenheit aufarbeiten kann, um anderen später helfen zu können.

      Und ob man nun 4 Wochen und 200 Stunden oder 400 Wochen und 20000 Stunden lernt…jeder hat doch seinen eigenen Weg. Es ist ja ehrenwert, dass Sie künftige Yoga-Lehrer vor den Belastungen warnen wollen, die dieser Job mit sich bringt. Aber dabei sollte man nicht anmaßend werden. Sie klingen manchmal wie ein bekannter Fußballtrainer, der Kindern, die Fußballprofis werden wollen, erzählt, wie schwierig das alles ist und welche Entbehrungen das alles mit sich bringt. Ich selbst bin honnymäßiger Fußballtrainer (als Ausgleich zu meinem stressigen und körperlich fordernden Tätigkeit auf dem Bau) und sage meinen Jungs (12-15 Jahre) immer, dass sie alles erreichen können, wenn sie es nur wirklich wollen.

      Auch Sie als Meisterin sollten junge Yogis Mut machen und sie ermuntern, ihren Weg zu gehen. Positive Motivation ist immer besser. Meinen Jungs sage ich immer: Seid wie ich, ahmt mir nach. Mit ein bisschen Arbeit, Hingabe und Respekt könnt ihr es schaffen. So sehe ich auch mein Verhältnis zu meinem Yoga-Ausbilder. „Schön Gas geben und dann wird es schon funktionieren“, das ist sein und mittlerweile auch mein Motto.

      Irgendwie glaube ich daran, dass es Parallelen zwischen meiner Hobbytätigkeit als Fußballtrainer und meiner künftigen Tätigkeit als Yoga-Lehrer geben wird. Das hat mir Ihr Beitrag gezeigt. Meine Fußballstunden plane ich vorher akribisch durch, nehme aber immer wahr, wenn die Jungs aufgrund der Stimmung in der Truppe gerade einmal etwas anderes brauchen. Dann bin ich flott dabei zu reagieren, und auch mal die Peitsche rauszuholen, obwohl vorher Zuckerbrot geplant war. Und das mit dem DJ finde ich auch super. Häufig lasse ich beim Training „Eye of the tiger“ oder so etwas laufen. Das ist manchmal wirklich multitasking, was da angesagt ist. Back to the roots finde ich auch klasse. In dem Yogalehrerprospekt stehen auch komplizierte Sachen, spannende Übungen und so. Das findet man auch beim Fußball. Aber ich sage immer: gute Kondition und Paßspiel, das reicht manchmal schon; Basics eben. Auch da zeigt sich mal wieder die Parallele zum Yoga und ich danke Ihnen dafür, dass Sie mir diesen Zusammenhang aufgezeigt haben. Nicht anders verhält es sich mit der Authentizität: Meine Jungs merken sofort, wenn ich Ihnen etwas vorgaukele. Jeder Lehrer/Trainer kann seine Truppe nur dann vorwärts bringen, wenn er aufrichtig und ehrlich ist. Effekthascherei bringt da gar nichts.

      Was mich aber sehr berührt hat, waren Ihre Worte zu den Schülern. Da stimme ich Ihnen vollends zu. Wenn wir einen Sieg errungen haben und auch wenn wir in der Kabine sitzen und eine Niederlage verdauen, dann geht es darum, dass wir unsere Gefühle austauschen. Ich habe viel von meinen Jungs gelernt: Ihr(e) (De)Mut, ihren Willen, ihre Zuneigung, ihre kindliche Toleranz…all das geben Sie mir mit auf meinen Weg. Ich lerne in jedem Training, in jeder Stunde von Ihnen. Wir dienen einander in jeder Minute, die wir zusammen verbringen.

      Danke für Ihre wahren Worte. Sie haben mich sehr bestärkt, meinen Yoga-Weg weiterzugehen. Nicht zuletzt deswegen, weil es so viele Parallelen zu meiner bisherigen Tätigkeit gibt. Das gibt mir richtig Schub. Nur vereinzelt hat Ihr Artikel bei mir das Gefühl der Ausgrenzung hervorgerufen. Yoga sollte nicht nur etwas für „Öko-Haupstädter“ oder „Modern-Hippies“ sein. Selbst unsere Nationalmannschaft macht mittlerweile Yoga. Das war für mich ein Anlass, mir das anzuschauen und erst einmal bei meinem Jungs in das Training zu integrieren. Wenn das gut funktioniert, kann ich mir durchaus vorstellen, einmal selbst ein Studio zu eröffnen. Wenn man die Jungs in diesem Alter mit Yoga abholt, kann das eine noch größere Massenbewegung werden, die unserer Gesellschaft gut tut. Denn bei Yoga, das sagen Sie ja auch, geht es um mehr als nur den Körper, sondern vielmehr auch um den Geist. Deswegen sollte Yoga keine elitäre Sachen bleiben, sondern kann Volkssport werden. Dies aber, so habe ich den Eindruck, würde Ihnen aber gar nicht gefallen. Warum aber soll Yoga einem elitären Zirkel vorbehalten bleiben?

      Mich würde interessieren, was Sie von meiner Meinung halten.

      Liebe Grüße und machen Sie weiter so!

      Ihr
      Viktor

      • Hallo Viktor,

        erstmal möchte ich los werden, wie toll ich finde, was Sie da mit Ihren Fußballjungs machen! Schöne Parallelen die Sie ziehen und schöne Pläne die Sie haben!

        Ich glaube allerdings, dass mein „Unterton“ ganz falsch bei Ihnen angekommen ist, oder ich es falsch rüber gebracht habe. Dieser Artikel ist ein Artikel, der aus einer Gefühlsstimmung heraus entstanden ist. In diesem Fall meine Gefühle nach dem Gespräch mit dem angehenden Yogalehrer, welchen ich öfters erwähnte. Dann passiert das vielleicht schon mal…

        Wie auch immer. Ich möchte jeden so sein lassen wie er sein will. Anders & besonders oder normal & besonders. Wo dort die Grenze ist, habe ich eh noch nicht verstanden. Das ändert aber nichts daran, dass Yoga-Schüler (meiner Meinung nach) besser geschützt werden sollten. Ich betrachte den nicht geschützten Beruf Yogalehrer als zweischneidiges Schwert. Einerseits finde ich es wahnsinnig toll, dass diese Freiheit besteht und der Staat ausnahmsweise mal nicht eingreift. Andererseits finde ich es gefährlich, weil es immer Menschen gibt, die das rücksichtslos ausnutzen, und ich die Schüler lieber in einem geschützten Raum aufgehoben sehe.

        Und ja, bitte machen Sie weiter so und helfen Sie Yoga zu einer Massenbewegung werden zu lassen. Auch da haben Sie mich wohl falsch eingeschätzt. Wie ich weiter oben in einem Kommentar schon schrieb, ist das genau der Grund warum ich in Fitnessstudios & Krankenhäusern Yoga unterrichte, wofür sich im Übrigen die meisten Yogalehrer zu fein sind (die wollen doch nur Sport machen). Ich finde, die Menschen werden da sehr deutlich unterschätzt. Ich hole sie eben dort ab wo sie sind, genauso wie Sie mit Ihren Fußballjungs.

        Lieben Gruß und viel Erfolg in Ihrer Ausbildung und mit Ihren Plänen
        – Bettina

        P.S.: Ich hoffe das mit der Meisterin war eher ein Witz von Ihnen! Denn als solche fühle ich mich junges 27-jähriges Küken garantiert nicht!

  2. Auch, wenn ich nicht vorhabe, Yoga-Lehrer zu werden (aber sag niemals nie), bedanke ich mich für einen wunderbaren Artikel, der so tief aus deinem Inneren kommt und deshalb großartig ist. Das ist der Tiefgang, der mir bei so vielen anderen Yeah-Yeah-Blogs fehlt. I like so much!
    Liebe Grüße
    Mischa

  3. Natascha sagt

    Hab eben deinen Blog entdeckt und bin schwer begeistert!! Musste so oft schmunzeln beim lesen, sehr sehr cool! Freu mich sehr:-)

  4. natascha sagt

    So, da bin ich wieder. Zuerst einmal möchte ich Dir schreiben, dass ich von Anfang an Dein Blog lese und dies auch weiter tun werde. Das passiert automatisch, weil mich irgendetwas anzieht hier. Trotzdem finde ich, dass die „Yea Yea“ Blogs im Moment die sind, auf denen sich Yogaleherer oder Yogaübende über andere Yogaübende aufregen. Es schafft bestimmt mehr Leserzahhlen immer wieder 10, 12 oder 13 Dinge aufzuzählen, die an Yogalehrern oder Yogis komisch sind, ist aber doch irgendwie der Grundidee gegenüber herzlos. Genau so scheint mir dieser Artikel. Ich fühle mich dadurch auch nicht persönlich angegriffen. Meine Ausbildung hätte um einiges umfangreicher sein sollen, können und dürfen. Das musste ich dann halt nachlernen und erfahren. Aber wer sagt denn, dass Dein Artikel die Masse betrifft? Was macht Dich besser, als all die anderen verlorenen und sinnsuchenden Westler, die Yogaleherer werden wollen? 100 Stunden mehr Ausbildung? Lebenserfahrung? Ein tieferes Verständnis des Yoga, als jemand, der für dieses Leben vier Wochen von früh morgens bis nachts im Ashram schuftet und dann unterrichten möchte? Vielleicht bekommt genau Dein Artikel das ab, was sich schon lange bei mir anstaut. Im Moment hört sich in der Bloggerszene viel belehrend,
    herablassend und altklug an. Wie gesagt, ich bleib bei Deinem Blog und teile und like weiterhin. Das hier ist kein Haterkommentar! Liebe Grüsse an Dich!

    • Liebe Natascha,

      es tut mir leid wenn meine inneren Gefühle (die ich einfach mal unzensiert rausgelassen habe) bei dir genauso ankamen. Das meiste möchte ich einfach stehen lassen. Nur nicht, dass ich mich für etwas besseres halte. Ich wollte lediglich ein paar Gedanken äußern, die ich mir oft genug auch um mich selbst mache. Meine Artikel sind manchmal eine Mischung aus Leseransprache und Selbstgespräch ;-)

      Lieben Gruß
      Bettina

      P.S.: Der Yogi in Ausbildung aus der Einleitung hats übrigens ganz entspannt und mit Humor aufgenommen. Alles eine Frage der Auffassung…

    • Ich habe nirgendwo oben im Text gelesen, dass es Bettina darum geht, dass sie besser ist als andere.

  5. Desiree sagt

    Woran erkennt man, dass man auf etwas wichtiges gestoßen ist? Es trifft viele und führt zu regen Diskussionen.
    Liebe Bettina, ich glaube du hast mit deinem offenen Beitrag auf etwas sehr sehr Wichtiges aufmerksam gemacht und musst nun aushalten was du losgetreten hast.
    Ich selbst wollte schon früher einen Kommentar absenden und habe beim Schreiben immer wieder gemerkt, dass ist nicht ehrlich, nicht richtig…..das tue ich weil ich auf irgendeine Art gekränkt und verletzt bin.
    Ich habe im vergangenen Jahr meine Yogalehrerausbildung beendet und mache aktuell eine zweite, da mir die erste ausreicht.
    Ich glaube dein Artikel hat mich genau deshalb getroffen, weil ich zwar seit einem Jahr unterrichte, mich aber immer noch aufgeregt und unsicher fühle. Ich treffe auf Schüler, die meine Meinung zu allen möglichen Themen einholen, ihre Freuden und schlechten Momente mit mir teilen und ich denke immer wieder: WOW, ich habe doch nur eine Yogalehrerausbildung gemacht….wie soll ich all dem gerecht werden!Und dann kam dein Artikel, indem du so herrlich offen alle Neu-und Lifestyle-Yogalehrer kritisierst….und plötzlich sind alle Selbstzweifel doppelt so laut wie vorher.
    Ich glaube eigentlich, dass es vielen so geht wie mir und dieses Gefühl oft von einem großen Brocken aufgesetzten Selbstbewusstseins maskiert wird. Klar fühlt man sich lieber selbstsicher und kompetent, statt sich in Frage zu stellen.
    Liebe Bettina, danke für die Möglichkeiten sich über dich und mich selbst aufzuregen und danke für die Erkenntnisse die ich dadurch gewonnen habe.

    Liebe Grüße
    Desiree

    • Hallo Desiree,

      danke dir für deine tollen und so ehrlichen Worte! Ich wollte keines Falls überheblich klingen mit diesem Artikel. Was ich an Ausbildung habe, fehlt mir an Lebenserfahrung, auf Grund meines Alters. Dessen bin ich mir bewusst. Ich wollte nur Gedanken teilen, Ängste teilen, aussprechen was mich stört. Hhätte ich gewusst, wie viele sich damit angegriffen fühlen, hätte ich es vielleicht gelassen. Obwohl… nein. Es ist schon richtig so, auch schmerzhafte Themen anzusprechen.

      Vielleicht habe ich etwas, was dir bei deiner Unsicherheit helfen kann. Einer meiner Lehrer hat mir dazu immer gesagt, dass es nicht schlimm ist etwas nicht sofort beantworten zu können. Es reicht souverän und authentisch zu sagen, dass man sich informiert und es dann nächsten Woche sicher und richtig erklären wird. Der Tipp hat mir sehr geholfen, wobei die Unsicherheit (an schlechten Tagen) natürlich auch noch da sein kann.

      Ich hoffe du regst dich nicht mehr auf :-)
      Bettina

    • Liebe Desiree,

      ergänzend zu Bettina möchte ich noch schreiben: Es ist doch auch okay, einfach freundlich zu sagen, dass du dazu nicht sagen kannst / willst / oder nichts dazu weißt. Du bist Yogalehrerin (und keine Psychologin / Sozialpädagogin) und darfst dich auch gerne (freundlich) abgrenzen.
      Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich mit meiner Antwort deinen Kommentar richtig „getroffen“ habe, aber du musst nicht alles können und auf alles eine Antwort wissen (und Bettinas Tipp finde ich auch super!)
      Liebe Grüße
      Nanne

  6. Liebe Bettina,
    ich bin auch irgendwie nicht sicher ob ich diesen Artikel mag oder nicht. Irgendwie klingt es einfach so gemein und als ob jeder der eine Yogalehrer Ausbildung macht deiner Meinung nach es aus den falschen Gründen tut oder nicht wirklich das Recht dazu hat. Es ist doch egal, ob man es für sich selbst macht oder wirklich Freude daran empfindet Yoga anderen Menschen zu vermitteln. Natürlich ist nicht jeder direkt perfekt ausgebildet, egal wie viele Stunden man absolviert hat. Das ist ja ein lebenslanger Prozess. Aber man muss auch mal sehen, dass gerade durch die vielen Möglichkeiten der Ausbildung, Yoga so populär und bekannt geworden ist. Ich fand es super als ich vor über zehn Jahren in meinem kleinen Dorf eine Yogalehrerin hatte, die vielleicht auch noch nicht perfekt war, aber meine Leidenschaft geweckt hat und mir so viel gezeigt hat. Vielleicht gibt es ja aber auch wirklich diese Yogalehrer die an Selbstüberschätzung leiden, einem Trend folgen und sich nicht mehr als Schüler sehen. Das ist natürlich der falsche/unyogische Weg.
    Aber ich zum Beispiel habe mich damals aus einer Sinnkrise heraus für die Ausbildung entschieden und es tut mir immer noch gut. Ich, mein Leben und meine Sichtweise auf mein Leben haben sich dadurch verändert und ich habe es endlich geschafft Yoga tiefer in mein Leben zu integrieren, was mir vorher als nur Schülerin sehr schwer fiel. Und auch wenn ich wahrscheinlich zu denjenigen gehöre, die einfach nur zwischendurch mal Freunde unterrichten und keinen neuen Beruf daraus machen, finde ich es legitim, dass diese Ausbildung einfach nur für mich ist :)
    Viele Grüße, Christiane

    • Hallo Christiane,

      ich glaube das „Hobby-Yogalehrer“ sogar einen entscheidenen Vorteil den „Berufs-Yogalehrern“ gegenüber haben. Die Gefahr ist nicht so groß, dass sie in einen Trott oder Unterrichts-Burnout geraten – und somit aufmerksamer und leidenschaftlicher bleiben. Aber auch das ist natürlich sehr individuell.

      Und fertig ist man niemals. Das wollte ich eigentlich mit meinem letzten Absatz rüber bringen: Demut den Schülern gegenüber und die Einsicht, dass auch man selbst immer Schüler bleibt.

      Lieben Gruß
      Bettina

  7. philipp sagt

    phantastisch! ich war gespannt was mir wohl in deinem artikel um die ohren geschleudert werden würde, bevor ich ihn las, aber er hat mich in meinem wunsch bestärkt.
    ich finde ihn phantastisch! ich mach yoga seit 5 jahren und bin ADSler. und es stimmt absolut!!! es ist soviel eigentherape, selbstreflexion und selbstbildgestaltung wie ich es 27 jahre zuvor nie kennengelernt habe. weil ich weiß was yoga für mich getan hat, habe ich seit einiger zeit selbst den wunsch yoga-lehrer zu werden und anderen zu den selben erfahrungen zu verhelfen, die ich gemacht habe. danke für den artikel!
    alles gute auf deinem weiteren weg!
    philipp

    • Hallo Philipp,

      freut mich, dass ich dich noch bestärken konnte! Was für ein interessantes Thema. Hat Yoga dir bei deiner ADS geholfen?

      Ich wünsche dir viel Glück auf deinem Yogaweg
      – Bettina

  8. Hallo :)

    ich habe deinen Artikel über einen Facebookpost entdeckt und fand ihn sehr interessant. Besonders die Kommentare danach fand ich sehr gut, denn so hattest du die Möglichkeit, dass eine oder andere noch zu ergänzen um deine Absichten für den Artikel noch verständlicher zu machen. Ich persönlich finde „GEWALTLOSIGKEIT“ beim Yoga am wichtigsten. Das heißt für mich, dass eine yogalehrerende Person nie seinen Schülern oder sich selbst schaden zufügen sollte. Darunter fällt für mich vorallem, dass dieser sehr vorsichtig und gewissenhaft einschätzt was er seinem Schüler wohl zutrauen sollte. Viele Lehrende tun das wohl leider nicht und gerade bei den kürzeren Ausbildungen passiert das wohl auch eher. Dennoch respektiere ich jeden Menschen der warum auch immer zum Yoga kam und es warum auch immer weiter geben möchte. ZUM GLÜCK! Selbst ein stickiger Yogakurs im Fitnessstudio hat so manchen Menschen Motiviert nach dem MEHR im Yoga zu suchen und das finde ich seehr gut :) Alles Gute *

    • Liebe Mel,

      Gewaltlosigkeit (Ahimsa) – sehr wichtiger Punkt, der gut zum Artikel passt! Danke für den Zusatz :-)

      Ich unterrichte übrigens auch im Fitnessstudio und bin der Meinung die Fitnessstudio-Gänger werden unterschätzt, wenn man ihnen Yoga nur als Sport vorsetzt. Ich unterrichte dort wie in einer Yogaschule und habe die Erfahrung gemacht, dass sie dem gesamten Yoga-Weg gegenüber genauso offen sind wie alle anderen auch. Ich hole sie eben nur woanders ab und freue mich sehr über ihr Interesse!

      Lieben Gruß
      Bettina

  9. Markus sagt

    Ein schön geschriebener Artikel, den ich, aus deiner Sicht, nachvollziehbar finde.
    Ich selber nehme Yogastunden bei einer tollen Lehrerin, die eine Ausbildung bei der Yoga Alliance hat. Sie ist nett, leibenswert und geht die Stunden mit dem nötigen Humor an.
    Für mich, als jemand, der Yoga als Sport sieht und keinen Wert auf den esoterischen Teil des ganzen legt, habe ich hier die optimale Lehrerin gefunden. Sie korrigiert falsche Haltungen und weiß den einzelnen zu motivieren. Für die, die es möchten, ist sie auch mehr als „nur“ eine Trainerin, für mich eine sehr sehr nette Trainerin. ;-)
    Es ist wohl so, wie du sagst, dass die Schüler auch den Lehrer ausmachen. Ich denke, dass man einen guten Lehrer, neben der fachlichen Ausbildung, daran erkennt, dass er den Schülern das geben kann, was sie brauchen. Auch wenn es vielleicht nciht das ist, was sie erwarten.

    • Hallo Markus,

      viele von euch hier in den Kommentaren konzentrieren sich auf einen von 6 Punkten die ich angebracht habe (die Stundenanzahl der Ausbildung). Scheint ja ein heikles Thema zu sein, welches gewisse Knöpfe drückt… Eigentlich habe ich mit diesem Punkt nur zum Nachdenken anregen wollen, bevor man sich für eine Ausbildung entscheidet – aber ganz bestimmt nicht alle Yogalehrer verurteilen wollen. Jeder Lehrer hat seinen individuellen Weg, den ich respektiere.

      Deinen letzten Satz finde ich übrigens ganz toll!
      Bettina

  10. .Hallo, ich nehme seit etwas 20 Jahren immer wieder an Yogakursen teil,
    .das wäre ja schön, wenn nur ein Yogalehrer drei der Punkte je gehabt hätte, die du aufgeführt hast! Wow. Diese Erwartungshaltung hatte ich noch nie.. das wäre ja die Idealform..
    So ein Engagement hatte bisher keiner der Lehrer/innen, die ich je hatte…das sind doch keine Gurus..
    Sie kamen mir bisher jedenfalls nicht vor, als hätten sie wesentlich weniger Fehler als ich .-))

  11. Hallo Frau Janssens, wenn ich Yogalehrer werden möchte, worauf muss ich achten und wie lange dauert eine Yogalehrer Ausbildung insgesamt? Vielen Dank, Gruß Mo

    • Hallo Mo,

      so eine Yogalehrerausbildung ist nicht gesetzlich geregelt. Du kannst sie in 4 Wochen oder in 4 Jahren machen. Ich persönlich habe damals aus Überzeugung die Variante in 4 Jahren vom BDY gewählt. Eine Übersicht der BDY-Ausbildungsschulen findest du hier: http://www.yoga.de

      Ich würde dir empfehlen einfach mal über Google nach Ausbildungsschulen in deiner Nähe zu suchen. Vergleiche die Anzahl der Stunden und die Lehrinhalte miteinander. Frag dich welchen Yogastil du lernen und lehren möchtest und welches Zeitmodell am besten zu dir passt: Wochenendausbildung oder lange Blöcke. Suche dir die raus, welche alle Anforderungen erfüllen. Dort kannst du dann meistens an einem Kennenlernseminar teilnehmen oder zumindest mal eine Probestunde besuchen. Dein Gefühl wird dir helfen!

      Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen!
      Bettina

  12. Liebe Bettina,

    ich finde deinen Artikel total gut!!! Mich wundert es manchmal wie viele Yogalehrer es gibt, und wie schnell man das werden kann.

    Es ist einfach eine Gefahr dabei, nicht gut genug ausgebildet zu sein. Ich habe schon selbst erlebt, dass Übungen gemacht werden, die einfach eine große Verletzungsgefahr bieten und wo ich als Yogalaie, aber mit anderer Sporterfahrung, wusste: Hier sind Rücken-, Bänder- und Muskelverletzungen vorprogrammiert. Wer dieses Wissen vorher nicht mitbringt, kann das in einer kurzen Ausbildung gar nicht alles lernen.

    Ich will im neuen Jahr wieder mit Yoga anfangen und werde mir das Yogastudio und die Lehrer explizit in Ruhe angucken, und ich werde eben auch auf solche Sachen achten. Denn ich möchte mir Gutes tun und mich nicht verletzen…

    Wer (konstruktive) Kritik äußert, so wie du, bekommt immer Gegewind. Trotzdem ist es doch auch okay, Dinge mal kritisch zu beleuchten. Ich finde deinen Artikel fair und gut geschrieben.
    Ich werde mich hier mal weiter umschauen!

    Liebe Grüße Nanne

    • Liebe Nanne,

      du hast genau erkannt was ich rüber bringen wollte und ich danke dir dafür, dass du hier hin gefunden und deine Gedanken geteilt hast! Hatte schon Angst, dass der Artikel einfach total falsch rüber kam.

      Ich bin einfach nur der Meinung, dass ein Yogalehrer gut ausgebildet ODER erfahren sein sollte. Dass ich mit dieser Aussage auf so viel Gegenwind treffe ist ja auch schon eine Aussage für sich…

      Ich schaue mir jetzt mal deinen Blog an :-)
      Lieben Gruß
      Bettina

  13. Michele sagt

    Ich finde es ein sehr interessanter Artikel, auch steht dass, was wir anbieten, nämlich diese vierwöchigen Yogalehrer Ausbildungen in der Kritik. Ich möchte dem Artikel gerne nur etwas hinzufügen: WAS man in einer Ausbildung lernt ist wichtiger als WIE lange die Ausbildung dauert. Qualität vor Quantität. Nach diesem Motto, sollte man nicht alle kurzen oder alle langen Ausbildungen zum Yogalehrer über einen Kamm scheren.

  14. Ich habe meine ersten Stunden bei einer Lehrerin genommen, die keine Ausbildung hatte. Sie war großartig.Liebe Michele, wer ist denn „wir“? Bin neugierig.

  15. Michele sagt

    Hallo Yogarette, ich arbeite bei den Arhanta Yoga Ashrams in Indien und Europa (den Niederlanden), wo wir 200 Stunden Intensiv Yogalehrer Ausbildungen organisieren. Du kannst mehr Information finden auf oder http://www.arhantayoga.org/
    Liebe Gruesse

  16. Simone Preuth sagt

    Liebe Bettina! Vielen Dank für diesen Artikel. Ich bin eben durch Zufall darauf gestoßen. Mir ist auch erst während meiner Ausbildung klar geworden das es noch einiges Emotionales gibt was ich aufarbeiten musste, aber ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung (auch wenn es in dem Moment kein Zucker schlecken war).

    Ich bin froh das meine Ausbildung länger als 200 Std. gedauert hat, denn ich bin selbst nach der Ausbildung nicht der Meinung das ich ausgelernt habe…Yoga ist ein Weg und auf diesem Weg gibt es immer noch etwas Neues zu lernen.

    Ebenso bin ich froh das ich nicht hauptberufliche Yogalehrerin bin, denn ich denke das es nicht einfach ist „nur” von Yoga zu leben. Geht bestimmt, aber wenn ich sehe wie die großen Studios im Konkurrenzkampf hängen, macht das bestimmt keinen Spaß…schade eigentlich :(

    Allerdings bin ich auch der Meinung das es nicht nur „die 1 wahre” Yogalehrerausbildung gibt. Ich finde bei dem jenigen der mir Unterricht gibt muss was rüber kommen, ich muss mich aufgehoben fühlen und es muss zwischenmenschlich passen.

    Das ist aber auch nur meine Meinung :)

    Liebe Grüße
    Simone

  17. Hallo Bettina,

    die Frage wurde bestimmt bereits häufiger gestellt, aber bis jetzt habe ich die Antwort auf dem Blog noch nicht gefunden. Ich mache seit Jahren Yoga und möchte jetzt gerne eine Ausbildung machen, um Yoga auch unterrichten zu können. Gerne würde ich die Ausbildung im Ausland machen, weiß aber nicht, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um anschließend in Deutschland unterrichten zu können, also z.B. im Fitnessstudio nebenan ;) Worauf muss ich bei der Ausbildung achten?

    Viele Grüße,

    Nadine Stürck

  18. Liebe Bettina,

    Ich habe deine Website über WearetheLadies entdeckt und fühle mich hier richtig wohl! :-)

    Zu all den tollen Kommentaren möchte ich auch noch die Rolle der Yogastudios selbst anmerken. Die verdienen nämlich meist hauptsächlich an ihren Ausbildungen. Laufkundschaft und Kurse decken selten die Kosten (meines Wissens). Das heißt, immer mehr Leute eröffnen Yogastudios, die sie dann mit Ausbildungen finanzieren, aus welchen wiederum Leute entlassen werden, die neue Studios eröffnen… usw. :-) und das bedeutet auch, dass die „Konsequenzen“ des Yogalehrerdaseins oft nicht in aller Ehrlichkeit angesprochen werden.

    Für mich ist es der Beruf, den ich immer machen wollte – auch als Yoga noch ziemlich uncool und seltsam war.

    Der größte Aha-Faktor an meiner Arbeit ist für mich das Maß an Integrität, das dieser Beruf einfordert. Das bedeutet nicht, einer perfekten Rolle entsprechen zu müssen, sondern alles was ich unterrichte auch aufrichtig auf mein Leben anzuwenden. Der Platz als Lehrerin ist eine Ehre, die ich mir nicht durch reines Wissen, sondern gelebte Erfahrung und Mitgefühl verdiene – so empfinde ich das zumindest. Das fordert immer wieder den selben Mut, den meine SchülerInnen beweisen, wenn sie sich einem blinden Fleck in sich zuwenden. Wenn ich Yoga predige und Achtlosigkeit lebe, zeigt mir das dieser Beruf schonungslos.

    Es ist also auch eine Entscheidung für ein Leben ohne Scheuklappen. Deswegen liebe ich es auch so. :-)

    Viele Grüße,
    Susanna

    • Hallo Susanna,

      willkommen auf Oh My Yogi und danke, dass du noch mal so einen interessanten und wichtigen Aspekt in die Runde wirfst. Das mit der Ausbildung ist tatsächlich eine Schwachstelle der Yogaszene und ich bin gespannt, wie sich das noch entwickeln wird.

      Auch deine Erfahrung, warum du Yoga unterrichtest finde ich ganz toll. Finde mich darin wieder :-)

      Lieben Gruß
      Betty

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