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Wie du die richtige Yogalehrer-Ausbildung für dich findest

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Das gilt für jeden, der sich entschieden hat eine Yogalehrer-Ausbildung zu machen und sich im Dschungel der Ausbildungsanbieter wiederfindet. Hier möchte ich eine Übersicht schaffen und dir helfen, einen Weg in den Dschungel zu schlagen, damit du die richtige Ausbildung für dich findest.

Formen der Yogalehrer-Ausbildung

Zunächst solltest du dich entscheiden, welche Form der Yogalehrer-Ausbildung am besten in dein Leben passt. Grob gesagt gibt es Block- und Wochenendausbildungen.

Blockausbildung

Bei der Ausbildung im Blockformat trifft sich die Ausbildungsklasse mehrere Wochen am Stück.

Dauer

2 – 8 Wochen

Vorteile

  • kurze Dauer bis zum Abschluss
  • intensives Eintauchen in das Thema
  • oft an schönen Urlaubsorten
  • günstiger

Nachteile

  • keine Zeit das Gelernte ins eigene Leben zu integrieren
  • schwer vereinbar mit derzeitigem Beruf und Familienleben

Wochenendausbildung

Bei der Ausbildung im Wochenendformat trifft sich die Ausbildungsklasse über einen längeren Zeitraum an ausgesuchten Wochenenden.

Dauer

1 – 4 Jahre

Vorteile

  • Zeit das Gelernte in das eigene Leben zu integrieren
  • meist vereinbar mit dem derzeitigen Job und Familienleben
  • oft in der Nähe des Wohnortes (geringere Fahrtkosten)
  • Bildung eines Netzwerkes am Wohnort durch den Klassenverband

Nachteile

  • längere Dauer bis zum Abschluss
  • hohe Eigenverantwortung bei der Yoga-Praxis zu Hause

Verbände / Zertifikate für Yogalehrer-Ausbildungen

„All together there are as many asanas as there are species of living beings.“

– Gerandha-Samhita

oder auch

„All together there are as many yoga teacher trainings as there are species of living yoga teacher.“

– Oh My Yogi

Denn die Ausbildung eines Yogalehrers ist nicht geschützt und geregelt. Deine Tante Hannelore könnte ab morgen Yogastunden geben, wenn sie das denn wollen würde.

Um für geregeltere Ausbildungen zu sorgen, denen Schüler mehr vertrauen können, haben sich viele Schulen unter verschiedenen Verbänden zusammengetan und sich auf bestimmte Ausbildungsrichtlinien geeinigt, denen sie alle folgen. Welche Ausbildung ein Yogalehrer gemacht hat, erkennst du dann meistens an dem Kürzel hinter dem „Yogalehrer/in“, welches dir Aufschluss über den Verband gibt.

Die größten und bekanntesten Dachverbände möchte ich dir hier vorstellen:

Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland e. V. / Europäische Yoga Union (BDY/EYU)

Auf Basis gemeinsamer ethischer Richtlinien und Ausbildungsvorgaben versammeln sich unter dem BDY Schulen verschiedener Stilrichtungen. Von Vini über Ashtanga bis Iyengar – allen gemein ist, dass sie den Rahmenrichtlinien des BDY folgen, die besagen, dass eine Ausbildung mindestens 720 Unterrichtseinheiten in folgenden Fächern beinhalten muss:

  • Hatha-Yoga
  • Meditation
  • Unterrichtsgestaltung
  • Psychologie
  • Unterrichtspraktikum
  • Medizinische Grundlagen
  • Geschichte
  • Philosophie & Quellentexte des Yoga
  • Ethik & Philosophie
  • Berufsorientierung

Nach 4 Jahren wird die Ausbildung mit einer schriftlichen, praktischen und mündlichen Prüfung abgeschlossen.

Der BDY ist Mitglied der EYU (Europäische Yoga Union) deren Wertesystem klar geregelt ist:

  1. Die EYU setzt sich für die Grundprinzipien des Yoga ein, wie sie in den Yoga Sutras von Patanjali ausgedrückt sind.
  2. Die Yoga-Ausbildung der EYU entspricht den vorgegebenen klassischen Yoga-Texten.
  3. In der EYU hat Yoga die Gesamtentwicklung des menschlichen Potentials zum Ziel.
  4. Innerhalb der EYU ist Yoga keine Religion und kann somit unabhängig von einer Religionszugehörigkeit von jedermann praktiziert werden.
  5. Die Yoga-AusbilderInnen der EYU müssen in zertifizierten Schulen mindestens für die vorgeschriebene Zeit ausgebildet werden und sie müssen die Berufsethischen Richtlinien der EYU anerkennen.
  6. Die nationalen Yoga-Organisationen können der EYU beitreten, wenn ihre Richtlinien und Normen denen der EYU entsprechen.
  7. Die EYU steht für die europäischen und universellen Werte und respektiert die Empfehlungen der EU in Bezug auf die Kultur des Körpers und des Geistes.

Internetauftritt des BDY: www.yoga.de

Yoga Alliance (YA)

Die Yoga Alliance ist ein aus Amerika stammender Dachverband, welcher international tätig und weltweit bekannt ist. Auch unter ihm versammeln sich Schulen der verschiedensten Stilrichtungen. In Deutschland bieten gefühlt die meisten Schulen eine Ausbildung nach den Richtlinien der Yoga Alliance an. Eine Ausbildung mit diesem Zertifikat beinhaltet mindestens 200 Unterrichtseinheiten in folgenden Fächern:

  • Techniken, Training und Praxis
  • Unterrichtsgestaltung
  • Anatomie und Physiologie
  • Yoga Philosophie, Lebensstil und Ethik
  • Praktikum

Internetauftritt der YA: www.yogaalliance.org

Yoga Vidya e. V. (BYV)

Yoga Vidya ist kein Dachverband, der verschiedene Schulen unter sich vereint, sondern eine einzige Schule. Und zwar die größte Yogaschule Deutschlands mit 4 großen Zentren und 100 Stadtzentren in Deutschland, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz. Tendenz steigend…

Yoga Vidya bietet verschiedenste Yogalehreraubildungen an, die alle dem Stil von Swami Sivananda folgen und sehr spirituell gehalten sind:

  • Asana Exakt Yogalehrer/in Ausbildung
  • Business Yogalehrer/in Ausbildung im Bausteinsystem
  • Gurukula Yogalehrer Ausbildung
  • Hormon Yogalehrer/in Ausbildung im Bausteinsystem
  • Kinderyogalehrer/in Ausbildung im Bausteinsystem
  • Klang Yogalehrer/in Ausbildung im Bausteinsystem
  • Mantra Yogalehrer/in Ausbildung im Bausteinsystem
  • Rücken Yogalehrer/in Ausbildung
  • Yin Yogalehrer/in Ausbildung
  • Yogalehrer Vorbereitung
  • Yogalehrer Ausbildungsthemen
  • Yogalehrer 4 Wochen Intensiv Ausbildung
  • Yogalehrer 2 Jahresausbildung in Ashrams/Stadtzentren
  • Yogalehrer 2 Jahres Baustein Ausbildung
  • Yogalehrer 3 Jahres Ausbildung
  • Yoga Vidya Acharya Studiengang
  • Yoga Vidya Visharada Studiengang
  • Yoga Vidya Meditationslehrer Ausbildung

In diesem Stil hat Yoga Vidya bereits 11.000 Yogalehrer ausgebildet. Das riesige Weiterbildungs-Portfolio würde hier den Rahmen sprengen. Ob Quantität auch gleich Qualität ist, das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Internetauftritt von Yoga Vidya: www.yoga-vidya.de

3H Organisation Deutschland e. V. (3HO)

Die drei H’s stehen für Happy, Healthy und Holy. Ausbildungen nach den Vorgaben der 3H Organisation Deutschland sind ausschließlich im Stil des Kundalini Yoga nach Yogi Bhajan. Die Ausbildung ist in zwei Stufen unterteilt:

Stufe 1: Instructor

  • Praxis und Unterricht
  • Wirkweise und Therapie
  • Yoga Psychologie und Humanologie
  • Meditation und Philosophie

220 Unterrichtseinheiten

Stufe 2: Practitioner

  • Bewusste Kommunikation
  • Geist und Meditation
  • Authentische Beziehungen
  • Lebenszyklen und Lebensstile
  • Vitalität und Stress

500 Unterrichtseinheiten

Internetauftritt von 3HO: www.3ho.de

Iyengar-Yoga Deutschland e. V. (IYD)

Wie der Name schon sagt, bietet der Iyengar-Yoga Deutschland e. V. ausschließlich hochwertige Ausbildungen in Iyengar-Yoga an. Die Ausbildungen umfassen in etwa 1000 Unterrichtseinheiten in folgenden Fächern:

  • Asana und Pranayama
  • Yoga-Philosophie
  • Anatomie und Physiologie
  • Berufskunde

IYENGAR®-YOGA-Lehrerinnen und -Lehrer sind dadurch definiert, dass sie

  1. in der Methode, die von Shri B.K.S. Iyengar entwickelt wurde, unterrichten, ohne sie mit anderen
    Yogastilen oder Disziplinen zu mischen,
  2. fortlaufende Instruktionen vom RIMYI in Pune, Indien, oder von Intermediate- oder Advanced IYENGAR®-YOGA-Lehrerinnen und -Lehrern bekommen,
  3. Shri B.K.S. Iyengars leitenden Einfluss auf ihre Yogapraxis und das Unterrichten anerkennen,
  4. eine regelmäßige Yogaübungspraxis aufrechterhalten,
  5. achtsam mit den ethischen Richtlinien umgehen,
  6. Mitgliedsbeiträge für den IYD, Prüfungsgebühren und Gemeinschaftsmarken-Gebühren bezahlen.

Internetauftritt von IYD: www.iyengar-yoga-deutschland.de

Tipp: In mehr Unterrichtseinheiten kannst du auch mehr lernen, egal was die Schulen versuchen dir weis zu machen…

Yogalehrer-Ausbildungen ohne Regelung eines Verbandes

Viele Schulen und Stile bilden Ausbildungen nach ihren eigenen Richtlinien und Stilen an, ohne einem Dachverband anzugehören. Ob Dachverband oder Alleinstehend, das unterscheidet nicht zwischen einer guten und einer schlechten Yogalehrer-Ausbildung. Ein Dachverband garantiert dir jedoch, dass gewisse Richtlinien eingehalten werden, was das Risiko an eine schlechte Schule zu geraten minimiert.

Solltest du dich für solche Schulen interessieren, kannst du trotzdem z. B. die Stundenanzahl und die Unterrichtsfächer vergleichen.

Tipp: Dem BDY, dem BYV und der YA kannst du – bei erreichter geforderter Stundenanzahl – auch so nach der Ausbildung beitreten.

Welche Yogalehrer-Ausbildung ist für dich die richtige?

Hast du dich erst einmal entschieden, welche Form der Yogalehrer-Ausbildung am besten in dein Leben passt und welches Zertifikat du am Ende deiner Ausbildung haben möchtest, dann geht es zum letzten Schritt: Die Auswahl der Schule.

Starte eine Suche bei Google und mach dir eine Liste der Schulen, welche eine Yogalehrer-Ausbildung anbieten, die ALLE folgenden Kriterien erfüllen:

  • Deine liebste Ausbildungsform (Block- oder Wochenendausbildung)
  • Dein liebster Verband/Abschluss (BDY, AY etc.)
  • Dein Lieblings-Yogastil (Ashtanga-, Iyengar-, Hatha-Yoga etc.)
  • (evt. in deiner Nähe)

Wahrscheinlich stehen auf deiner Liste jetzt nicht mehr so viele, oder? Gut gefiltert.

Sehr wahrscheinlich bieten die paar Schulen, die jetzt noch auf deiner Liste stehen so etwas wie Orientierungsseminare oder Tage der offenen Tür an. Geh hin! Schau sie dir an und lass zum Schluss dein Gefühl entscheiden. Sollte die Ausbildung weit weg sein, etwa in Indien, bleibt dir nur zu schauen, welcher Internetauftritt dich am meisten anspricht.

Tipp: Google doch mal nach dem keyword „Name der Ausbildungsschule + Erfahrungen“. Das kann dich ein großes Stück weiter bringen. Und hast du schon deinen Lieblings-Yogalehrer gefragt, wo er seine Ausbildung gemacht hat?

 

Hast du schon eine Yogalehrer-Ausbildung hinter dir? Wo, wie, wann? Welche Erfahrungen hast du gemacht und wie hat es dir gefallen? Teile dein Wissen in den Kommentaren mit uns. Danke!

Bildquelle: Flickr, The Yoga People

Kategorie: Yogalehrer 1x1

von

Hi, ich bin Betty, Yogalehrerin, Bloggerin, Reiseleiterin und die Gründerin von Oh My Yogi. Im Jahr 2000 entdeckte ich Yoga für mich und stand meine halbe Jugend lang auf dem Kopf, bevor ich elf Jahre später begann von meiner Leidenschaft zu leben und mich in die Freiheit der Selbstständigkeit zu verlieben. Hier zeige ich dir, wie du Yoga mit Herz lebst und authentisch unterrichtest. Frei und spirituell, geerdet und echt - ganz so, wie es dich glücklich macht.

19 Kommentare

  1. Liebe Bettina,
    da hast du wirklich auch eine tolle Übersicht gemacht. Ich denke, dass ist eine gute Entscheidungshilfe für interessierte Yogis.
    Ich selbst habe mich damals auch nach dem Kritium Yogastil, liebste Ausbildungsform und Nähe für meine Ausbildung zur Vinyasa Yogalehrerin entschieden. In meiner Stadt Wiesbaden bin ich so im UNIT Yoga gelandet, das für mich sogar fußläufig zu erreichen war ;-)

  2. Bettina sagt

    Hallo Bettina,
    Das ist wirklich eine gute strukturierte und knappe Übersicht, die sicherlich vielen angehenden YogalehrerInnen eine Hilfe sein wird.
    Auch ich habe nach deinen aufgeführten Kriterien gesucht. Da es wichtig für mich war die Ausbildung in mein Familien- und Berufsleben zu integrieren, habe ich mich für eine 4-jährige berufsbegleitende Ausbildung BDY/EYU im ViniYoga entschieden. Zwei Schulen blieben am Ende in der engeren Wahl und ich habe mich für die YogaSchule in meinem Wohnort entschieden.
    So besuche ich ein bis zwei mal wöchentlich einen Kurs und an den Seminarwochenenden kann ich sogar nach Hause zu meiner Familie;)
    Das ist entspannt und spart Fahrkosten und Unterkunft:)!

  3. Hallo Bettina,
    vielen Dank für den hilfreichen Artikel.
    Ich stehe gerade vor diesem Problem, aber werde mich wahrscheinlich für eine zweijährige Ausbildung in einem Yoga Vidya Center in meiner Nähe entscheiden. Bin allerdings etwas unsicher, ob ich dort richtig bin.
    Für mich ist es glaube ich besser umsetzbar, wenn der Stoff häppchenweise serviert wird.

    • Hallo, und, wie ist deine Entscheidung ausgefallen :) Wenn Du noch im Entscheidungsprozess sein solltest – ich habe auf meinem Blog ein paar Berichte über die Ausbildung u.a. über die Intensivwoche bei Yoga Vidya veroeffentlich, vielleicht magst Du reinschauen … LG Sabine

  4. Liebe Bettina,

    herzlichen Dank für Deinen informativen Blog, der wirklich schön aufgebaut ist und wichtige Yoga-Themen anspricht.

    Ich habe vor Ewigkeiten mit Yoga in Kanada angefangen und habe in Toronto meine Yoga Alliance Ausbildung (mit 250 Stunden über 8 Monate… Besonderheit meiner Schule, Hatha Vinyasa Flow) absolviert. Das war eine ganz einzigartige Erfahrung, von der ich heute noch sehr viel bei meinen eigenen Kursen profitiere.

    Die Ausbildung war bei „The Yoga Sanctuary“. Was mir dort super gefallen hat, war dass wir 3 „Hauptlehrer“ hatten und dann noch so einige „Gast/Zusatz-Lehrer“… wie Du sagst es gibt so viele Ausbildungen wie es Yoga-Leher gibt. Jeder Lehrer hatte seine eigene Art, Vorlieben und Unterrichts-Stil. Deshalb finde ich ein Schule mit mehreren Lehrern auf jeden Fall von Vorteil.

    Besonders am Anfang soviel mitnehmen wie möglich, damit Du siehst wo Dein Herz am ehesten drauf anspricht. Nur dann kannst Du selbst authentisch sein und „Deinen eigenen Lehrer Dir“ entwickeln.

    Freue mich auf Eure nächsten Beiträge!

    • Hallo Annette,

      ja, ich hole mir mittlerweile auch gerne Inspirationen von verschiedenen Lehrern. Aber auch das ist Typsache. Besonders am Anfang kann es so manchen verwirren, von jedem Lehrer etwas anderes zu hören. Man muss halt einfach herausfinden, was für einen selbst am Besten passt :-)

      Lieben Gruß
      Bettina

  5. Rosalie sagt

    Hallo!

    Ich bin derzeit in Thailand unterwegs und auf der Suche nach einem Teacher Training. Hättet ihr vielleicht jemanden zu empfehlen bzw. kennt sich wer von euch in der Region aus?
    glg
    Rosalie

  6. Ich bin auch auf der Suche nach einem TTC. Allerdings als Blogseminar und im Ausland. Gerne Indien, Indonesien, Thailand, etc.. Hier ist es natürlich schwierig mal eben ein Probetag zu machen. Ich selber war einmal zum Yoga Urlaub bei Sivananda in Indien und fand es sehr interessant. Sicher bin ich mir allerdings nicht ob ich dort die Ausbildung machen will. Da ich später nicht unbedingt unterrichten will liegt mein Fokus eher auf der Technik und der Philosophie als auf dem „Unterrichten lernen“.

    Falls jemand Tipps hat immer her damit!

  7. Hallo Betty und liebe Alle,

    ich habe mal eine etwas andere Frage, nämlich nach der genauen Ausgestaltung der Yogaausbildungen.

    Die meisten Yogaschulen geben an, welche Inhalte während der Ausbildung vermittelt werden, wo der Schwerpunkt liegt etc. Das sagt aber ja nur teilweise etwas über die Qualität des Unterrichts aus.

    Ich habe gerade eine auf 2 Jahre angelegte Ausbildung begonnen, im Studio, das ich seit Jahren besuche. Mit gefiel die Art zu unterrichten der Lehrerin so gut, dass ich dachte, hier bin ich richtig.

    Der praktische Unterricht ist auch ganz gut, die Korrekturen, Übungen der Korrekturen für die Schüler untereinander, selbst einzelne Übungen ansagen lernen usw.

    Ansonsten wird der Stoff aber leider sehr unstrukturiert vermittelt. Im Prinzip erzählt die Lehrerin einfach, wie sie es macht, und wir dürfen mitschreiben, soviel wir können. Es gibt auch fast keine Unterrichtsmaterialien, in denen man den Stoff dann nochmal nachlesen könnte. Fragen wie: welche Haltungen sollte man wie aufeinander aufbauen, welche Gegenhaltungen gibt es dazu, welche Modifikationen für Anfänger oder Verletzungen etc.: all solche Fragen hätte ich gerne etwas strukturierter, am besten anhand von vorbereiteten Materialen, vielleicht noch mit Übungen dazu o.ä.

    Ganz schlimm wurde es bei der reinen Theorie z.B. der Gelenkarten: die wurden einfach nur aufgezählt, ohne weitere Erklärung dazu. Auf dem Papier haben wir nun also die Gelenke behandelt, aber gelernt haben wir nichts.

    Ich bin total enttäuscht und ein bischen verzweifelt und überlege, ob ich die Ausbildung dort abbrechen und woanders anfangen soll.

    Wie sind denn Deine bzw. Eure Erfahrungen mit der Wissensvermittlung in den Ausbildungen, ist das überall so schlecht?

    Ich würde mich wirklich sehr über jede Art von Erfahrungsberichten und Tipps freuen, weil ich ja nun eine Entscheidung treffen muss!

    Vielen Dank im Voraus!

    • Liebe Julia,

      also erstmal ist es natürlich ziemlich schade, dass du in deiner Yogalehrerausbildung nicht das bekommst, was du erwartet hast. Ich kann dir aber sagen, dass dieses Problem weit verbreitet ist. Was einerseits daran liegt, dass nicht jeder Yogalehrer alles wissen kann (also seine Schwerpunkte hat), und andererseits daran, dass die Ausbildung zum Yogalehrer in Deutschland nicht geschützt ist. Für den ersten Fall sollte sich jeder Ausbildungsleiter für seine Lücken natürlich Gastdozenten ins Boot holen… Ich habe drei Ideen für dich, vielleicht helfen sie dir ja weiter.

      1. Vielleicht möchtest du ein freundliches Gespräch mit deiner Ausbildungsleitung suchen? Es kann sein, dass sie selbst gar nicht merkt, dass da doch irgendwie was fehlt und dankbar für den Hinweis ist. Möglicherweise holt sie sich dann ja Hilfe ins Boot oder vertieft/strukturiert noch mal ihr Wissen. Du sagst ja, dass du eigentlich sehr glücklich mit ihr als Yogalehrerin warst. Wobei man natürlich immer sagen muss, dass Yoga unterrichten und andere darin zu unterrichten Yoga zu unterrichten zwei ganz verschiedene Paar Schuhe sind.
      2. Ich weiß nicht, wie lang deine Ausbildung ist. Bei 2 Jahren kann es sein, dass der Stundenumfang gar nicht sooo hoch ist, im Vergleich zu anderen Ausbildungen. Sollte das der Fall sein, könntest du dir auch überlegen, die Ausbildung zu Ende zu machen und mitzunehmen, was dir diese Yogalehrerin zu geben hat (und das war ja auf jeden Fall mal was). Danach kannst du dann Weiterbildungen in den Bereichen machen, wo du gefühlt noch Lücken hast, oder in denen, die dich noch tiefer interessieren.
      3. Wenn das für dich beides keine Option ist und du abbrechen und eine von vornherein fundiertere Ausbildung erhalten möchtest, kann ich dir folgende „Institutionen“ empfehlen. Der BDY ist ein Dachverband, welcher viele Yogaschulen unter sich hat (aus den verschiedensten Stilen). Er zeichnet sich durch seine klaren Ausbildungs-Richtlinien aus, wie z.B. 700 Ausbildungsstunden innerhalb von 4 Jahren mindestens. Auf der Seite des BDY findest du alle teilnehmenden Ausbildungsschulen: http://www.yoga.de (Ich habe meine Ausbildung übrigens auch in so einer Schule gemacht.) Außerdem haben sich die !zertifizierten! Iyengar-Ausbildungen http://www.iyengar-yoga-deutschland.de und Jivamukti-Ausbildungen http://www.jivamuktiyoga.com bewehrt, sowie die Anusara-Ausbildung bei Lalla und Vilas Turske: http://www.parapara-yogaakademie.com Auch andere Anbieter bieten gute Ausbildungen an, zu denen kann ich aber leider nichts sagen – und ich weiß sehr gut, wie schwer es da ist die Spreu vom Weizen zu trennen.

      Ich hoffe ich konnte dir ein wenig weiterhelfen und wünsche dir viel Erfolg mit deiner Ausbildung! Schön ist es auf jeden Fall schon mal, dass du dich auf den Weg gemacht hast :-) Und solltest du noch Fragen haben, schreib mir sehr gerne.

      Lieben Gruß
      Betty

  8. Hanna sagt

    Hallo Betty :)

    Deine Übersicht hier ist echt gut gelungen! Danke dafür!
    Eine Frage habe ich noch: empfiehlst du ein Mindestalter für eine Yoga-Lehrer Ausbildung? Nicht alle Ausbildungen schreiben eins vor, bei einigen habe ich 25 gesehen.
    Ich selbst werde dieses Jahr 21 und praktiziere Yoga seit ich 15 bin. Da es bei Yoga um Erfahrung geht fühle ich mich nicht, als wäre ich für eine Ausbildung noch nicht geeinget. Was sind deine Gedanken dazu?

    Ich freue mich auf eine Antwort!
    Liebe Grüße
    Hanna

    • Danke liebe Hanna, freut mich, wenn dir der Artikel weitergeholfen hat ein bisschen besser im Dschungel durchzublicken.

      Ich finde, dass das Alter eine ZIEMLICH individuelle Geschichte ist. Habe auch mit 13 Jahren mit Yoga begonnen und mit 23 Jahren die Yogalehrerausbildung. Nun kenne ich dich natürlich nicht, aber wenn du dich bereit fühlst, fang an! ;-) Und was die Altersgrenze angeht: Meine Ausbildungsschule hatte auch die Grenze 25 und hat mich trotzdem genommen, ich denke dass ist nur so ein grober Richtwert von vielen. Also falls dich eine solche Schule interessiert probiere es einfach trotzdem.

      Ganz lieben Gruß
      Bettina

  9. Gaby v. Madeyski sagt

    Hallo,
    ich wohne in Hamburg und habe mich für eine Ausbildung angemeldet, die 1-2 Wochenenden im Monat umfasst. Das ist zwar ok, mittlerweile könnte ich mir aber fast noch besser vorstellen, die Ausbildung im Block über 4-6 Wochen zu absolvieren. Weiß jemand, wo das geht? Ich bin ja auch vom Bikram Yoga begeistert, aber das geht ja nur beim Meister selbst, über 9 Wochen, und ist sehr teuer..

    Danke für Tips,
    Gaby

    • Hallo Gaby,

      es gibt sooooo viele Ausbildungen, die du im Block machen kannst. Da ist es schwer dir was Genaues zu sagen. Wenn du eine bestimmte Vorstellung hast (außer Bikram) kann ich dir vllt. weiterhelfen?

      Lieben Gruß
      Betty

      • Gaby v. Madeyski sagt

        Liebe Betty,
        Oh ja! Bitte: ich finde nur eher unseriös anmutende Ausbildungen…
        Hast Du einen Tipp für mich?

        Liebe Grüße
        Gaby

    • Hallo Marion,

      eine Schülerin von mir hat dort die Ausbildung gemacht und war nicht zufrieden. Yoga ist kein Turnen. Aber das ist natürlich nur ein Einzelfall, mehr weiß ich auch nicht. Ich rate dir nur dort eine (teure) Ausbildung zu machen, wo du die Lehrer und das Konzept an einem Probetag testen konntest. Danach kannst du dein Gefühl entscheiden lassen.

      Lieben Gruß
      Betty

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