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Yoga und Stimme: Turn it up, Yogi! Yoga darf laut und lebendig sein

Yoga und Stimme- Turn it up, Yogi! Yoga darf laut und lebendig sein

Mein vergangenes Yogaausbildungswochenende hat mich beinahe in meinen persönlichen Winterschlaf manövriert. Das ist kein Scherz. Um ein Haar wäre ich an dem Wochenende fast auf meiner Matte, in dicken Kuschelsocken und umgeben von unzähligen Kissen und Decken, in einen absolut unendlich andauernden Yogischlaf geschickt worden.

Gut, dass mich mein eigenes, lautes Durchatmen und Gedankenkino am Ende davon abgehalten haben. Ein bisschen habe ich mich während der praktischen Übungen erster Gruppenpraxen gefühlt, wie Dornröschen unter Yogis. Immer in der Hoffnung von einem gutaussehenden Yogi wach geküsst und erlöst zu werden. Leider vergebens, in einer Ausbildungsklasse, die nur aus Mityoginis besteht, aber das ist ein Thema für sich.

Yogi, was ist mit deiner Stimme?

Noch schnell vorneweg. Das Thema meines letzten Ausbildungswochenendes war ganz und gar nicht einschläfernd. Methodik und Didaktik standen auf dem Lehrplan. Endlich der erste Schritt hin zur eigenen Yogastunde. Wir diskutierten und probierten viel aus in unseren Arbeitsgruppen. Ich wurde nicht enttäuscht. Am Ende des Wochenendes war ich um vier wirklich tolle Konzeptstunden reicher. Stunden, die mir Abwechslung und neue Ansatzpunkte für meine eigene Praxis zu Hause bieten. Aber was genau war an diesem Wochenende mein Problem?

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Vielleicht ein stummes Phänomen, das sich anscheinend bei so einigen Yogis im Laufe ihres eigenen Unterrichtens mit eingeschlichen hat. Meine Gedanken schwirrten immer und immer um dieselbe Frage: „Yogi, was ist mit deiner Stimme?“

Es vergingen Stunden, die durch leises, monotones Flüstern und Hauchen geprägt waren. Ganz nach dem Motto: „Ich hauche dich jetzt in den Herabschauenden Hund!“ Na dann hauch du mal, schallte es in meinem Kopf und ich atmete das erste Mal tief ein und aus. Durchatmen! Ich versuchte mich auf meinen Atem zu konzentrieren, während weiter monoton geflüsterte und gehauchte Worte wie bunte Seifenblasen vor meinen Ohren zerplatzen.

Ich hauche dich jetzt in den Herabschauenden Hund!Click To Tweet

Versteh mich bitte nicht falsch. Ich liebe entspannende Yogapraxen. Ich mag es, wenn deine Stimme klar und ruhig ist. Es gibt da aber einen gewissen Unterschied zwischen einer klaren, ruhigen und einer monoton flüsternden Stimme. Mag sein, dass es den Irrglauben gibt, dass Yogastunden in dieser „Guten-Abend-Meditationsstimme“ angeleitet werden sollten, weil das vielleicht „yogischer“ ist oder zu der inszenierten Atmosphäre passt, aber auf Dauer fehlt mir da einfach die Power.

Lesetipp: Die Kunst authentisch zu sein – Dos & Don’ts für Yogalehrer >>

Yoga und Stimme: Warum Yoga auch laut sein darf?

Yoga ist für mich Leben. Lebendig sein. Sich und seinen Körper aktiv spüren und erleben dürfen. Ausprobieren, Grenzen erfahren und das mit einer Hingabe, die es uns erlaubt, laut und lebendig sein zu dürfen. Meine Stimme ist ein wichtiger Teil meines Körpers und ich liebe es, wenn mein Feuer für eine Sache durch die Stimme eines anderen Menschen entfacht wird. Deine Stimme will gehört werden. Meine übrigens auch. Vielleicht braucht es Mut, laut und lebendig zu sein. Sich selbst auszuprobieren und nicht in diese gewisse Meditationsstimme zu verfallen. Weg vom etablierten Irrglauben. Hin zu Präsenz, Klarheit und Mut.

 

Ich bin bereit dafür. Meine Stimme bebt und mag gehört werden. Ganz klar, ehrlich und echt. Und solltest du irgendwann vielleicht bei mir auf der Matte liegen und ich dir Worte so weich wie Butter gen deiner Ohren schicken und dich in eine Shavasana Dauerschleife versetzen, na dann darfst du mich gerne an meine heutigen Worte erinnern. Denn so wie du, bin ich auch nur ein Mensch, der ab und an mitschwimmt, um nicht unterzugehen.

Maria

Turn it up, Yogi! Yoga darf laut und lebendig sein
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Hola, ich bin Maria, besuche seit einigen Jahren Bettys Yogaunterricht, habe vor kurzem mit der Ausbildung zur Yogalehrerin begonnen und freue mich darauf dich mitzunehmen. In meiner Freizeit halte ich Ausschau nach Momenten, die den Zauber des Augenblicks festhalten und berichte darüber auch auf meinem ganz persönlichen Blog colour your soul.

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