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Kundenbindung: Wie gehe ich mit der Unverbindlichkeit von Schülern um?

Kundenbindung: Wie gehe ich mit der Unverbindlichkeit von Schülern um? | Haderst du auch mit der Unverbindlichkeit von Yogaschülern? Suchst du nach Möglichkeiten damit umzugehen, um es nicht persönlich zu nehmen? Oder sogar nach handfesten Tricks, um mehr Verbindlichkeit zu schaffen? Dann hilft dir dieser Artikel bestimmt weiter.

Haderst du auch mit der Unverbindlichkeit von Yogaschülern? Suchst du nach Möglichkeiten damit umzugehen, um es nicht persönlich zu nehmen? Oder sogar nach handfesten Tricks, um mehr Verbindlichkeit zu schaffen? Dann hilft dir dieser Artikel bestimmt weiter.

Vor kurzem erhielt ich eine E-Mail von einer Leserin:

„Liebe Betty,

mich würde interessieren, wie du mit der Unverbindlichkeit von Yogaschülern umgehst. Irgendwie kennen das glaube ich alle Yogalehrer. Jemand fragt an, will zur Probestunde kommen und kommt nie. Oder jemand war bei der Probestunde, sagt am Ende der Klasse, dass es großartig war und will beim nächsten mal eine 10er Karte kaufen. Und kommt nie wieder. Ich hadere immer damit. Manchmal bin ich sogar richtig sauer und grolle :-) Oder Workshops: die Anmeldungen trudeln am letzten Tag ein, wenn man den Raum schon abgesagt hat, weil man nicht für nix und wieder nix 80% Ausfallgebühr zahlen mag.

Wie gehst du damit um? Hast du Tricks und Instrumente, um mehr Verbindlichkeit zu schaffen? Nimmst du die Leute mit in deinen Mailverteiler auf und lädst sie zu weiteren Kursen oder Veranstaltungen ein? Oder bleibst du völlig cool und lässt es gut sein?

Ich freue mich sehr auf deine Anregungen!“

Ich fand die E-Mail – mit ihren vielen Fragen und dem Problem dahinter – so wichtig, dass ich die Antwort als Artikel geben möchte. In der Hoffnung, nicht nur der Absenderin, sondern vielleicht auch dem ein oder anderen von euch zu mehr Klarheit und Entspannung diesbezüglich verhelfen zu können.

Unverbindlichkeit von Yogaschülern

Es passiert immer wieder, dass Yogaschüler sich unverbindlich verhalten. Das ist nichts besonderes und heißt nicht unbedingt, dass du etwas falsch gemacht hast. Wie in der Leser-E-Mail schon stand: Sie erscheinen zu einer Yogastunde, geben gutes Feedback und kommen trotzdem nie wieder. Oder sie melden sich zu kurzfristig zu Workshops und Retreats an. Das kenne ich so gut, wie jeder andere Yogalehrer auch.

Zu den Tipps und Tricks, wie du mehr Verbindlichkeit schaffen kannst, komme ich gleich. Aber zunächst:

Ist die Unverbindlichkeit etwas, das ich persönlich nehmen sollte?

Nein. Punkt. Davon bin ich überzeugt. Allein schon, weil es uns aufreiben würde. Und das ohne Grund. Anstatt dir um den einen Schüler, der sich unverbindlich verhält, Gedanken zu machen und immer unentspannter im Unterricht zu werden, konzentriere dich auf die neun Schüler, die sich immer wieder auf dich freuen.

Dass sich ein Yogaschüler unverbindlich verhält, hat so viele Gründe – und meistens haben sie nichts mit uns zu tun:

  • Yoga macht ihm keinen Spaß.
  • Der angebotene Yogastil gefällt ihm nicht.
  • Du und der Schüler passen nicht zusammen.
  • Die Uhrzeit, der Ort, die Gruppe passen ihm nicht.
  • Ihm ist etwas völlig anderes dazwischen gekommen.
  • Der Schweinehund ist größer.
  • Du warst zu wenig hinterher und er hat es vergessen.

Die Liste könnte noch unendlich weiter gehen. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und ist in seiner eigenen Welt unterwegs. Wir wissen nicht, was im Leben unserer potentiellen Schüler los ist. Wenn du dir mit deiner Arbeit Mühe gibst und dir sicher bist, dass deine Ausbildung und dein Unterricht qualitativ hochwertig sind, dann brauchst du dir keine Sorgen zu machen.

Selbst wenn der Schüler nicht wieder kommt, weil ihm dein Unterricht oder deine Person nicht gepasst hat, dann ist das in Ordnung so. Jeder Schüler sucht etwas und jeder Lehrer hat etwas zu geben. Das passt nicht immer zusammen und ist trotzdem nicht persönlich gemeint. Du suchst dir deine Lehrer doch bestimmt auch sorgfältig aus, oder?

Wie kann ich herausfinden, ob die Schüler mit meinem Unterricht zufrieden sind?

Natürlich kannst du deinen Schülern zuhören. Manche kommen mit Kritik, Wünschen und Komplimenten zu dir. Lass dir besonders letzteres nahe gehen und bade in den guten Gefühlen. Höre dir aber auch die Kritikpunkte an – ganz konstruktiv. Wege sorgfältig ab, ob etwas dran ist. Falls nicht, lass es los, und falls doch, versuche dich stetig zu verbessern.

Allerdings sieht es in der Praxis meistens so aus: Wem es gefällt, der zeigt es dir und bleibt. Wem es nicht gefällt, der sagt nichts und kommt einfach nicht wieder. Wie kannst du trotzdem herausfinden, was deine Schüler denken?

Mein Tipp: Feedback-Bögen

Verteile am Ende eines Kurses, Workshops oder Retreats Feedback-Bögen, in welchen die Schüler dir ihre Meinung und ihre Gefühle preisgeben können. Sorge dafür, dass diese leicht und schnell auszufüllen sind – denn es soll nicht in Arbeit enden. Und dass sie anonym ausgefüllt werden können – du möchtest ja die Wahrheit wissen. Das ist ein wunderbares Tool um herauszufinden, wie die Stimmung deiner Schüler ist.

Übrigens kannst du auch zusätzlich am Anfang eines Kurses Bögen verteilen, in welchen die Schüler ihre Erwartungen, Einschränkungen und ähnliches mitteilen können. So gibst du der Gruppe nicht nur das Gefühl gehört zu werden, sondern kannst von Beginn an besser auf sie eingehen.

Kundenbindung: Wie kann ich mehr Verbindlichkeit schaffen?

Selbst wenn deine Schüler absolut zufrieden mit dir als Yogalehrer sind, sind sie oft unverbindlich. Warum? Ganz einfach, weil sie es können. Hier habe ich sechs Tools für dich, wie du deine Schüler erreichst und sie zu mehr Verlässlichkeit bringst. Und das Beste: Ihr habt beide was davon!

1. Erstatte Probestunden

Sollte ein Schüler direkt nach seiner Probestunde eine 10er-Karte oder ähnliches bei dir kaufen, dann erstatte ihm die Probestunde. Das ist für viele ein großer Anreiz, es sofort zu tun und nicht zu warten. Der Schweinehund hat keine Chance.

2. Biete Rabatte an

Ganz besonders für Workshops und Retreats biete den Schülern, die sich frühzeitig anmelden, einen Rabatt an. Das spornt sie an, sich zu entscheiden und festzulegen. Gibt es diesen nicht, warten sie natürlich bis zum letzten Augenblick. Schließlich leben wir in Zeiten von Social Media und Tinder – es könnte immer noch etwas besseres um die Ecke kommen.

3. Bleib in ihrem Sichtfeld

Ein Yogaschüler will mehr Yoga mit dir machen, geht auf deine Seite und bucht eine Yogareise. Oder ein ehemaliger schreibt dir einfach so eine E-Mail und bucht einen neuen Kurs. So etwas passiert. Aber selten. Sorge dafür, dass deine (ehemaligen) Schüler dich sehen. Dafür eignen sich wunderbar Social Media Kanäle, wie Facebook oder Instagram. Sie haben sogar den Vorteil, dass neue Kunden dich finden. Das beste Tool für deine Bestandskunden ist aber der E-Mail-Newsletter. Sammel alle E-Mailadressen, die du bekommen kannst, führe die Liste sorgfältig und melde dich regelmäßig bei deinen Abonnenten mit ein paar lieben Worten und deinem Angebot.

Lesetipp: Marketing für Yogalehrer – wie dich deine zukünftigen Schüler finden (die perfekt zu dir passen) >>

4. Kein Preiskampf

Lass dich auf keinen Preiskampf mit den anderen Yogalehrern in deiner Umgebung ein. Sei dir ganz im Klaren darüber, was der Wert deiner Stunden ist und wie du bezahlt werden möchtest. Eine goldene (aber unterschätzte) Regel ist:

Du wirst wahrgenommen, wie du dich präsentierst.

Bist du billig, wirkt dein Angebot billig. Bist du teuer, wirkt dein Angebot wertvoller. Die Menschen zahlen gerne für Dinge, die ihren Preis wert sind.

Lesetipp: Wie du als Yogalehrer mehr Geld verdienst ohne härter zu arbeiten >>

5. Sei selbst verbindlich

Du wirst immer wieder auf Yogaschüler treffen, die versuchen irgendwas bei dir durchzuboxen und damit deine Verbindlichkeit zu untergraben. Sie versuchen um den Preis zu handeln. Oder fragen, ob du beim Krankenkassenzertifikat schummeln kannst, weil sie die Pflichtstunden nicht geschafft haben. Sie wollen Geld zurück, weil sie Urlaub gemacht haben. Sie möchten vor Savasana gehen, einen Stammplatz haben oder ihr Handy auf laut lassen… Es allen Recht machen zu wollen ist eine Falle. So etwas spricht sich rum, andere fühlen sich unfair behandelt und du kennst das Prinzip mit dem kleinen Finger… Lass dich auf all das nicht ein. Du bist der Lehrer. Habe deine festen Regeln und halte dich dran.

Lesetipp: Die Yoga-Netiquette: 9 ungeschriebene Gesetze für die Yogastunde >>

6. Sei ein guter Yogalehrer

Muss ich das wirklich erwähnen? Ja! Weil dieser Punkt zwar der naheliegendste aber auch wichtigste ist. Mach eine vernünftige Ausbildung. Behalte deine eigene Yogapraxis bei. Bilde dich immer wieder weiter. Kümmere dich gut um dich. Sei offen für deine Schüler. Bleib authentisch und hab Spaß.

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Ich hoffe sehr, ich konnte dir weiterhelfen. Gib dein bestes und dann lass alles los, was nicht in deiner Macht steht. Halte ein paar Business-Spielregeln ein und dann spiel. Unterrichten soll schließlich Freude machen – dann kommen die Schüler von ganz allein.

Deine Betty

Kundenbindung: Wie gehe ich mit der Unverbindlichkeit von Schülern um? | Haderst du auch mit der Unverbindlichkeit von Yogaschülern? Suchst du nach Möglichkeiten damit umzugehen, um es nicht persönlich zu nehmen? Oder sogar nach handfesten Tricks, um mehr Verbindlichkeit zu schaffen? Dann hilft dir dieser Artikel bestimmt weiter.
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Hi, ich bin Betty, Yogalehrerin, Bloggerin, Reiseleiterin und die Gründerin von Oh My Yogi. Im Jahr 2000 entdeckte ich Yoga für mich und stand meine halbe Jugend lang auf dem Kopf, bevor ich elf Jahre später begann von meiner Leidenschaft zu leben und mich in die Freiheit der Selbstständigkeit zu verlieben. Hier zeige ich dir, wie du Yoga mit Herz lebst und authentisch unterrichtest. Frei und spirituell, geerdet und echt - ganz so, wie es dich glücklich macht.

10 Kommentare

  1. Das Thema VERBINDLICHKEIT kennen wir wohl alle, die für andere nach Terminen arbeiten, oder Seminare organisieren. Ich glaube es ist zwei Jahre zurück, da hatte ich auch einen entsprechenden Blog geschrieben – und dabei auch festgestellt, aus dem Außen erreicht mich auch, was ich selber (noch) lebe. Seither bin ich 100% verbindlich – in allem und in allen Lebensbereichen, beruflich wie privat. Auch wenn’s unangenehm ist. Und was soll ich sagen, Seminare bleiben einigermaßen verbindlich gebucht, Termine sind stabil ….. ;-) …. diese meine Gedanken einfach mal so noch ergänzend an die Leser dieses wunderbaren Textes hingereicht.

    YinLove aus Tirol, Daniela

    • Hey liebe Daniela,

      deine Erfahrungen kann ich so nur bestätigen. Habe sie in Punkt 5 „Sei selbst verbindlich“ ja auch angeschnitten. Wer selbst oft unverbindlich ist, kann sich zum Beispiel Gedanken darüber machen, ob er wirklich nur das verspricht, was er auch versprechen möchte – oder ob er doch viele Dinge sagt und macht, die ihm keine Freude bereiten, aus dem Gefühl heraus er „muss“. Dort habe ich für mich angesetzt.

      Danke für deine Ergänzung & lieben Gruß
      Betty

  2. Vielen Dank für den tollen Artikel. Grade in den letzten Wochen, in denen es so heiß war, kommen deutlich weniger Schüler zum Unterricht. Da kommen deine Tipps gerade richtig :)

    Liebe Grüße aus Köln
    Shirani

    • Oh ja, das „Wetterproblem“ kennen wohl alle sehr gut! Aber es ist ja auch sehr verständlich, ich liege im Sommer auch lieber am See. Dafür wird es regelmäßig und verlässlich zum Winter hin (spätestens zum 1. Januar) wieder richtig voll ;-)

  3. Schöner Artikel liebe Betty … gefällt mir wirklich sehr! Vor allem Punkt 4 finde ich super wichtig.

    Liebe Grüße

    Milena

  4. Moin Betty! Ich bin erst seid kurzen als Yogalehrerin dabei, lese aber Deine Artikel sehr gern. Sie geben mir sehr viel Anreiz für meinen eigenen Unterricht. Vielen Dank dafür!
    Liebe Grüße aus Norden
    Andrea

  5. Nicole Guetling sagt

    Liebe Betty,

    Toller Artikel! Ich finde das mit den Kritik-Bögen ganz interessant, allerdings glaube ich würde es mich eventuell auch mehr verunsichern, als mir helfen. Vielleicht würde ich dadurch zu sehr versuchen es Anderen recht zu machen und meine Individualität verlieren oder -noch schlimmer- mit dem Kopf unterrichten statt mit dem Herzen haha! Mir hilft es sehr einfach VERTRAUEN zu haben in meine Fähigkeiten und die ehrliche Liebe zu meinen Schülern. Woran ich merke ob es meinen Schülern gefallen hat? Ich sehe das in ihren Augen am Ende der Stunde :-) Wenn die den „Glanz“ haben, habe ich alles richtig gemacht.
    Ganz Liebe Grüße an alle Yogis da draußen!
    Danke für deinen Blog Betty!

    Nicole @Butterflyogi

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