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Das schlechte Gewissen – von Erwartungen, Balance & Wachstum

Das schlechte Gewissen - von Erwartungen, Balance & Wachstum | Ich habe häufig ein schlechtes Gewissen. Beispielsweise, weil ich für diesen wunderbaren Blog schon lange nichts mehr geschrieben habe. Das schlechte Gewissen taucht plötzlich auf. Und dann zwickt es mich, es packt mich an der Schulter und schiebt mich herum, es schiebt mir den Ellenbogen in die Seite; es ist wirklich lästig. Es ist egal was man macht, irgendwie kommt es immer.

Ich habe häufig ein schlechtes Gewissen. Beispielsweise, weil ich für diesen wunderbaren Blog schon lange nichts mehr geschrieben habe. Das schlechte Gewissen taucht plötzlich auf. Und dann zwickt es mich, es packt mich an der Schulter und schiebt mich herum, es schiebt mir den Ellenbogen in die Seite; es ist wirklich lästig. Es ist egal was man macht, irgendwie kommt es immer.

Ich habe mal gelesen, das schlechte Gewissen sei wie New York: Es schlafe nie.

Ich kann mich dafür entscheiden, mehr zu arbeiten, und schicke das schlechte Gewissen damit zum Teufel. Dann kann ich mit hundertprozentiger Sicherheit davon ausgehen, dass es an einer anderen Ecke wieder auftaucht. Wenn ich mehr arbeite, habe ich weniger Zeit für meine Familie. Das schlechte Gewissen und die Balance sind gute Bekannte. Weil nie alles gleichzeitig in „Balance“ sein kann.

Das schlechte Gewissen & Yoga

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich bin mir ziemlich sicher, das schlechte Gewissen zieht öfter bei mir ein, seit ich mich intensiv mit Yoga beschäftige. Es ist unter anderem der Grund dafür, weshalb mein Buch den manchem wahrscheinlich übel aufstoßenden Namen Yoga ist ein Arschloch. Warum es uns trotzdem so gut tut. trägt. Ich habe nämlich seitdem auch ständig ein schlechtes Gewissen, wenn ich durch die Stadt laufe. Ich habe beispielsweise ein schlechtes Gewissen, sobald ich an einem Menschen vorbeilaufe, der von mir erwartet, dass ich ihm einen Euro gebe. Und ich lebe dummerweise in einer Stadt, in der ich an sehr vielen Menschen vorbeilaufe, die das mit dem Euro erwarten.

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Jeder ist seines Glückes Schmied.

Ich kenne Leute, auch Yogis, die sind der vollen Überzeugung, dass jeder Mensch für sein eigenes Glück oder Schicksal selbst verantwortlich ist. Und auch ich selbst halte viel von dem Spruch „Jeder ist seines Glückes Schmied“ aber ich weiß sehr wohl, dass das nicht ganz korrekt ist.

Nicht jeder hat das Glück, in eine Familie hinein geboren zu werden, die intakt ist. Ich weiß sehr wohl – und es zerreißt mir das Mutterherz – dass nicht jedes Kind auf dieser Welt mit Liebe gesegnet ist. Ich weiß sehr wohl, dass nicht jeder Mensch in einer kriegsfreien und erst recht nicht gewaltfreien Umgebung aufwächst und es ist einfach nicht okay, sich hinzustellen und „Jeder ist seines Glückes Schmied“ zu blöken, wenn es um sozial schwache Menschen geht. Es mag Leute geben, die das tun, und es mag auch solche geben, denen andere immer und überall am Allerwertesten vorbeigehen, aber bei mir funktioniert das leider nicht. Da aber auch mein Geldbeutel sich nicht von selbst füllt, kann und will auch ich nicht ständig Euros abgeben. Und da ist es dann schon wieder. Das schlechte Gewissen.

Ich habe mich in den letzten Wochen damit beschäftigt, wie ich damit umgehen soll.

Denn ich weiß, dass ein dauerhaft schlechtes Gewissen genauso ungesund ist wie jeden Tag Kartoffelchips und Fritten.

Und dann kam die Idee. Meditation. Es hilft wirklich. Weil ich mir dann klar machen kann, dass ich nicht im Nachhinein über etwas ein schlechtes Gewissen haben muss. Es gibt viele Beispiele dafür, warum mein schlechtes Gewissen aufkreuzt. Aber ich habe mich nun entschlossen, es erst einmal an die Türe klopfen zulassen, bevor ich es direkt hineinbitte. Es hat nämlich nicht immer eine Daseinsberechtigung.

Wenn wir ein schlechtes Gewissen haben, bedeutet das immer, dass wir unsere eigenen Erwartungen nicht erfüllen konnten oder die der anderen. Aber hey, niemand ist perfekt und  es ist okay, Fehler zu haben. Wir müssen unsere Erwartungen nicht immer erfüllen und schon gar nicht die der anderen. Wenn das schlechte Gewissen aber eine Kritik für mich dabei hat, an der ich wachsen kann, von der ich lernen kann, dann lasse ich es gerne auch mal wieder rein.

Das schlechte Gewissen ist wie New York: Es schläft nie.Click To Tweet

 

Erzählst du mir, wie du mit deinem schlechten Gewissen umgehst? Hab einen schönen, goldenen Oktober!

Deine Tine

Das schlechte Gewissen - von Erwartungen, Balance & Wachstum | Ich habe häufig ein schlechtes Gewissen. Beispielsweise, weil ich für diesen wunderbaren Blog schon lange nichts mehr geschrieben habe. Das schlechte Gewissen taucht plötzlich auf. Und dann zwickt es mich, es packt mich an der Schulter und schiebt mich herum, es schiebt mir den Ellenbogen in die Seite; es ist wirklich lästig. Es ist egal was man macht, irgendwie kommt es immer.
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Hi, ich bin Tine, Yogalehrerin, Sportwissenschaftlerin und Autorin des Buches Yoga ist ein Arschloch. Ich unterrichte Poweryoga und bin seit April 2015 als „Therapeutic Yoga Teacher“ registriert. Verheiratet mit einem zweimaligen Olympiateilnehmer im Hammerwerfen, bin ich der Meinung, dass Kniebeugen ebenso wichtig sind, wie eine regelmässige Yogapraxis. Seit neuestem lebe ich mit meiner Familie in Hamburg.

5 Kommentare

  1. Jenny sagt

    Liebe Tine,
    toller Artikel. Ich bin über „sozial schwach“ gestolpert. Das ist, meiner Meinung nach nicht die richtige Bezeichnung. Eher „ökonomisch schwach“, oder?!
    Sonnige Grüße
    Jenny

    • Liebe Jenny, danke für deinen Kommentar und ja, ist ein unglücklicher Ausdruck. Mir ging es dabei um Menschen, die auf die Unterstützung unserer Gesellschaft angewiesen sind ohne das negativ zu meinen – im Gegenteil. Liebe Grüsse und danke für dein Feedback.

  2. Hallo Tine,

    ich musste kurz lachen, als ich den Beitrag gelesen habe, denn ich weiß genau, wovon du sprichst. Seit ich Yoga praktiziere sind da all diese Ideale, die ich erfüllen möchte und wenn ich es nicht tue – schwups – kommt der Gedanke: Du bist aber keine gute Yogini.

    Und du hast Recht. Meditation kann helfen. Da ich das auch nicht regelmäßig tue kommt mir da wieder das schlechte Gewissen… ;)

    • Haha, liebe Jasmin, das geht mir ganz genauso. Ich gehöre auch nicht zu denen, die jeden Morgen regelmässig meditieren. Ich glaube es zählt, den Versuch zu starten und sich immer wieder bewusst zu machen, was einem guttut. Ich wünsche dir eine schöne kurze Restwoche! :-*

  3. Ellen Seifert sagt

    Hi, ich bin Ellen und fast 59. Mir ist es ähnlich wie dir ergangen. Ich würde auch aus meinem „ sicheren“ langjährigen Job unfreiwillig gekickt und mein ganzes Leben wurde auf den Kopf gestellt. Ich habe nun nach heraus gefunden, das ich Yoga liebe und sehr gern eine Ausbildung zur Yogalehrerin machen möchte. Bin für 2018 angemeldet. Nun weißt du ja das man ein Teacher nicht kurzfristig wird. Ich möchte gern schon jetzt kleine Übungsstunden geben, Trau mich aber nicht. Was rätst du mir? Ach ja und wie finde ich Klienten? Herzlich Ellen

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