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Bali und die Yogablase: Mehr Schein als Sein im Yogaparadies

Bali und die Yogablase: Mehr Schein als Sein im Yogaparadies | Bali gilt als eine der beliebtesten Destinationen, wenn es um das Thema Yoga geht. Kein Wunder, denn die Insel der Götter bietet unzählige Yogastudios, Retreats und Yogalehrer Ausbildungen vor Ort. Zudem ein passendes spirituelles Umfeld: Farbenfrohe hinduistische Zeremonien, offene Reisfelder und atemberaubende Sonnenuntergänge.

Bali gilt als eine der beliebtesten Destinationen, wenn es um das Thema Yoga geht. Kein Wunder, denn die Insel der Götter bietet unzählige Yogastudios, Retreats und Yogalehrerausbildungen vor Ort. Zudem ein passendes spirituelles Umfeld: Farbenfrohe hinduistische Zeremonien, offene Reisfelder und atemberaubende Sonnenuntergänge.

Deswegen war auch ich überzeugt, dass Bali ein inspirierender Ort für mich sein könnte. Seit zwei Jahren habe ich mich tiefer in die Yogaphilosophie eingelesen. Ich habe mein Yogastudio so häufig wie möglich aufgesucht, um den Effekt der regelmäßigen Yogapraxis zu spüren. Da ich Yoga als eine konstante Kraftquelle für mich und andere manifestieren wollte, registrierte ich mich für eine Intensiv-Yogaausbildung auf Bali.

Bali ist seit einem Jahr meine Wahlheimat und ich bin nach wie vor fasziniert von der Insel. Seit meiner Intensiv-Ausbildung habe ich mich jedoch einigen Wahrheiten stellen müssen, was Yoga auf Bali betrifft. Alternativ bezeichne ich diese Wahrheiten als geplatze Blasen für den ein oder anderen Suchenden des ersehnten Yogaparadieses.

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Yogablase 1: Die Qualität der Yogalehrerausbildung

Meine Intensiv-Yogaausbildung bereue ich nicht, denn ich habe wunderbare Menschen getroffen und viel dazu gelernt. Doch meiner Meinung nach reicht es nicht aus, um Yogalehrer zu werden. Wenn du darüber nachdenkst, eine Yogaausbildung in 200 Stunden zu absolvieren, frage dich: Ist es in so einer kurzen Zeit möglich ausreichendes Wissen über Anatomie, Atemtechniken, Asana, Sanskrit und Philosophie zu erlangen? Brauchen nicht gerade Anfänger intensive Betreuung von einem wissenden Yogalehrer?

Ich habe mein Yoga Teacher Training mit einer neuen Sicht auf Yogalehrer abgeschlossen und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass mit den 200 Stunden Yogaausbildungen auf Bali häufig weniger auf Qualität, als auf Quantität geachtet wird und es für viel Geld wie am Fließband Zertifizierungen hagelt.

Lesetipp: Du willst Yogalehrer werden? Was ich dir vorher noch sagen möchte… >>

Yogablase 2: Die Qualität der Yogalehrer auf Bali

Ich war von der Lehrqualität von Jivamukti verwöhnt und nach der Ausbildung anspruchsvoll mit Lehrern geworden. Ich suchte nach Lehrern, die die Lehre des Yoga ganzheitlich weitergaben. Mein Fokus lag weniger auf schweißtreibendem Vinyasa, als auf traditionellem Hatha Yoga. Das ist auf Bali nicht einfach zu finden und somit fast eine Herausforderung sich in die „richtigen Hände“ zu begeben. Wenn du ein schweißtreibendes „Workout“ willst, findest du dagegen problemlos Yogaklassen. Ich habe drei Monate lang gesucht, bis ich meine jetzigen Lehrer gefunden habe, die traditionelles Hatha Yoga, Tantra und Yin Yoga unterrichten.

Anmerkung: Sie haben Jahre in ihre Ausbildung investiert.

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Yogablase 3: Authentizität der Yoga Community auf Bali

Wir kennen das Thema teilweise aus Deutschland: Yoga ist trendy, Yoga ist sexy und wenn du Yogalehrer bist gehört dir eine gewisse Bewunderung. Auf Bali ist das alles noch geballter. Viele „Yogis“ auf Bali schmücken sich mit ihrem Zertifikat, ihrer Flexibilität, oder ihrem Handstand. Sie fotografieren sich selbstdarstellerisch auf dem nicht betretbaren Boden eines heiligen Tempels für ihre Instagram Präsenz. Sie legen Wert darauf, dass man sieht, dass sie „Yogis“ sind. Das „Namasté Bitches“ T-Shirt gehört dabei zu einem der mir befremdlichsten modischen Ausdrucksformen. Alle essen gleich, nämlich clean, vegan, oder beides. Und wenn du noch keine Yogastunde im angesagten Yogabarn hattest, kennst du Yoga auf Bali noch nicht.

Lesetipp: Yoga in Canggu, Bali – 4 Hot Spots für deine nächste Traumreise >>

Yogablase 4: Bali und spiritueller Wachstum

Es ist ein Trugschluss zu glauben, man müsse an irgendeinen besonderen Ort gehen, um spirituell zu wachsen. Wir denken, unser ganzes Umfeld und unser ganzer Lebensstil muss Yoga schreien, damit wir tiefer eintauchen können. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Yoga ist das Tool zu deiner eigenen Essenz und nicht Teil einer Show. Somit kreierst du dein Yogaparadies in deiner eigenen, authentischen Yogapraxis. Und diese kannst du an jedem Ort dieser Welt vertiefen, ohne jedem Aspekt deines Lebens den Sticker „Yogi“ aufkleben zu wollen.

Meine Yogalehrerin hat in einem ihrer Workshops erzählt, dass die meisten ihrer Freunde keine Yogis sind. Sie findet es schön Abstand zu nehmen. Ich stimme dem zu. Ich liebe Yoga, ich bin aber nicht jemand, der versucht, sich wie eine Yogini zu kleiden, zu essen, oder zu reden. Bei all dem Yogawahn auf Bali frage ich mich häufig:

Wann ist Yoga eigentlich so ein großer Wettbewerb geworden und wann haben wir vergessen, worauf es wirklich ankommt?Click To Tweet

 

Ich bin dankbar, dass ich hier auf Bali viele Yogis kennengelernt habe und nicht nur solche, die wie welche aussehen. Wenn du dir nämlich die Zeit für eine Yogareise auf der Insel der Götter nimmst, wirst du merken, dass – abseits der Blase – meistens diejenigen Yogis sind, die es niemandem beweisen müssen.

Jasmin

Bali und die Yogablase: Mehr Schein als Sein im Yogaparadies | Bali gilt als eine der beliebtesten Destinationen, wenn es um das Thema Yoga geht. Kein Wunder, denn die Insel der Götter bietet unzählige Yogastudios, Retreats und Yogalehrer Ausbildungen vor Ort. Zudem ein passendes spirituelles Umfeld: Farbenfrohe hinduistische Zeremonien, offene Reisfelder und atemberaubende Sonnenuntergänge.
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Hallo zusammen, mein Name ist Jasmin. Ich bin Yogini und Bloggerin bei beyondmymat mit aktuellem Wohnsitz auf Bali. Yoga ist seit mehreren Jahren das Tool, das mich zu einem selbstbestimmteren Leben führt. Statt dem Wunsch nach perfektionistischer Dauerleistung hat es mehr Akzeptanz und Ruhe in meinen Alltag gebracht. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in meiner Yogapraxis wieder: von schweißtreibendem Vinyasa und einer Yogaausbildung in 200 Stunden zu traditionellem Hatha und Yin Yoga. In meinem Blog schreibe ich über die Gründe dieser Entwicklung und den Einfluss von Balis Yogacommunity auf meine Yogapraxis.

2 Kommentare

  1. Liebe Jasmin, ein wunderbarer Text, du sprichst vieles an, was mir schon lange auf der Seele brennt. Spannend, wie du das auf Bali erlebst. Gehe weiterhin so wunderbar ehrlich deinen Weg! Herzlichst, Tine

  2. Hey Jasmin, genauso so habe ich es auf Bali auch erlebt. Yoga ist da irgendwie zu einem hippen Lifestyle verkommen, irgendwo zwischen veganen Cafés und hübschen SPAs. Das Yogabarn ist schön, aber ganz schön konsumorientiert und irgendwie fast ein bisschen übertrieben. Ich fand es im Ubud Yoga House viel schöner :) Ich selbst habe meine Ausbildung in Indien absolviert, aber muss dir auch dort zustimmen: Selbst im Land des Yoga geht Quantität leider inzwischen über Qualität. Liebe Grüße!

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